Maxime Anciaux - All rights reserved

Jede Woche macht in Belgien eine Metzgerei dicht

Nach Angaben der Neutralen Gewerkschaft für Selbständige in Belgien (NSZ) ist die Zahl der Metzgereien und der Delikatessenläden in unserem Land in den vergangenen fünf Jahren um 7,3 % gesunken. Innerhalb der letzten 10 Jahre sank die Zahl der entsprechenden Einzelhandelsgeschäfte sogar um rund 20 %. Hochgerechnet bedeutet dies, dass etwa jede Woche ein Metzger in Belgien schließt. 

Das Flämische Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau VILT meldet auf Basis der Neutralen Gewerkschaft für Selbständige in Belgien (NSZ) und des belgischen Statistikamtes Statbel, dass der Beruf des Metzgers in unserem Land „unter Druck“ steht, bzw. offenbar an Attraktivität verliert. Im vergangenen Jahr, so die Statistiker, waren in Belgien 3.432 Metzgereien und Traiteur- bzw. Delikatessengeschäfte registriert. Das sind 356 solcher Läden, als noch im Jahr 2013.

Christine Mattheeuws von der NSZ analysierte diese Zahlen ebenfalls und stellte fest, dass es 2008 sogar noch 4.270 solcher Einzelhandelsunternehmen hierzulande gab. Die Selbständigen-Gewerkschaft geht davon aus, dass sich dieser negative Trend fortsetzen wird, denn nicht zuletzt ändere sich das Konsumverhalten. Sie führte dabei auch die weltweite Abkehr von Fleisch aus Umwelt- und Klimaschutzgründen an.

Doch auch im eigenen Land werde die Lage schwieriger: „Es wird immer schwieriger, Metzger zu finden, die ein eigenes Geschäft eröffnen oder die eine bestehende Metzgerei übernehmen wollen.“ Das habe zum einen mit den strengen Auflagen und Kontrollen der Behörden zu tun und auf der anderen Seite mit der wachsenden Konkurrenz durch die Supermärkte: „Das erhöht den Arbeitsdruck und auch die Zahl der Arbeitsstunden. Dadurch ist dies für viele nicht mehr machbar.“