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Inwieweit die türkische Syrien-Offensive belgische Unternehmen treffen kann

Die USA haben wegen der Militäroffensive in Nordsyrien Sanktionen gegen die Türkei angekündigt. Diese dürften die angeschlagene türkische Wirtschaft hart treffen. Eine neue wirtschaftliche Katastrophe in der Türkei könnte auch belgischen Unternehmen zu schaffen machen, schreibt die Zeitung De Tijd an diesem Dienstag.

So ist beispielsweise für das Unternehmen Deceuninck in Hooglede bei Roeselare die Türkei der zweite Heimatmarkt. Im vergangenen Jahr trugen die türkischen Fabriken ein Drittel zum Umsatz des belgischen Herstellers von PVC-Systemen für Fenster und Türen, Innenausbau, Dachverkleidung und Terrassen bei. Doch durch die Wirtschaftskrise sei diese Zahl, umgerechnet in Euro, bereits um fast 30 Prozent gesunken. Neue, weitere Strafmaßnahmen, ein Zusammenbruch der türkischen Währung und des Bausektors dort käme daher für Deceuninck besonders ungelegen, heißt es in De Tijd.

Der belgische Windelhersteller Ontex hat wiederum eine Fabrik in Istanbul. Doch seine Bedeutung ist deutlich geringer als bei Deceuninck. Auch die Teppichgruppe Balta, der Baustoffspezialist Soudal, der Handelskonzern FNG und das Obst- und Gemüseunternehmen Greenyard sind in der Türkei aktiv.

Im Bankensektor wäre BNP Paribas Fortis besonders anfällig für eine Abschwächung des Wachstums der türkischen Wirtschaft, heißt es noch in der Finanzzeitung. Nach Angaben der Nationalbank seien belgische Banken der Türkei für rund 15 Mrd. EUR ausgesetzt. Diese Zahl betrifft im Wesentlichen die BNP Paribas Fortis. Belgiens größte Bank hält 48,7 Prozent an der türkischen Privatkundenbank TEB.

Allerdings gehört die Türkei nicht unbedingt zu einem der wichtigsten Handelspartner Belgiens. Im vergangenen Jahr exportierte Belgien Waren für 3,9 Milliarden Euro in das Land. Das ist gut 1 Prozent der Gesamtexporte. Die Importe aus der Türkei betrugen 2,9 Milliarden Euro, was einem Prozent der belgischen Importe entspricht.