Medienminister Dalle über Missbrauch von Fotos aus Jugendorganisationen und Sportvereinen im Netz

Der flämische Medienminister Benjamin Dalle (CD&V) will sich mit Jugendverbänden beraten, um den Datenschutz in der digitalen Welt besser zu gewährleisten. Damit reagiert er auf einen Bericht der VRT-Sendung Pano, der zeigt, dass Fotos von Jugendbewegungen und Sportvereinen Ziel von  Pädophilen seien und missbraucht würden. Dalle plädiert dafür, das Bewusstsein der Jugendleitungen und -organisationen noch mehr zu schärfen. Er will aber keine neuen Regeln.

Die Reportage der VRT, die an diesem Mittwochabend in vollem Umfang im ersten Programm der VRT gesendet wird, zeigt, dass einige der Fotos, die Jugendbewegungen und Sportvereine zum Beispiel über die Plattform Flickr teilen, übermäßig häufig angesehen und mit fiesen Kommentaren versehen werden. Normalerweise sind sich die Bewegungen nicht bewusst, dass ihre Fotos auf diese Weise von z.B. Pädophilen missbraucht werden. In der Regel werden die Fotos auch auf Wunsch der Eltern oder der Familie in der Öffentlichkeit geteilt, da die Eltern während beispielsweise Jugendcamps auf dem Laufenden gehalten werden möchten. Die Redaktion von Pano entdeckte überdies Webseiten, die ausschließlich gestohlene Fotos von Kindern benutzten. Die Fotos kamen aus verschiedenen sozialen Medien wie Facebook, Instagram, Snapchat und Skype.

"Wir müssen uns noch mehr der sozialen Medien und der Nutzung digitaler Kanäle in Jugendorganisationen bewusst sein. Jedes Kind hat das Recht auf eine unschuldige Kindheit, aber in einer zunehmend digitalen Welt gibt es neue Gefahren und Herausforderungen", sagte Minister Dalle, der auch für die Jugend zuständig ist. Er reagierte "entsetzt" auf den Bericht von Pano und will gemeinsam mit dem Jugendsektor nach Lösungen suchen.

Die Pano-Reportage spricht von einem Dutzend flämischen Jugendbewegungen ,Sportvereinen und Schulen, die betroffen sind und sich in der Regel nicht bewusst darüber seien, dass ihre Fotos auf diese Weise missbraucht würden.  

Der Medienminister wies auch noch darauf hin, dass in der Vergangenheit über das Media-Kompetenzzentrum Aktionen ins Leben gerufen worden seien, um Jugendorganisationen konkrete Tipps zu geben, wie man besser mit dem Online-Datenschutz umgehen könne. Darüber hinaus seien auch der Flämische Jugendrat und die Organisation „De Ambrassade“ sehr engagiert. "Wir müssen diese Maßnahmen verstärken. Der flämische Koalitionsvertrag sieht vor, dass wir in vielen Bereichen, einschließlich des Datenschutzes, jungen Menschen noch mehr Medienerfahrung lehren sollten“, so Dalle.

Nach Dalles Auffassung bedürfe es dafür keine neuen Regeln. "Lasst uns die Jugendleitungen und Organisationen noch besser informieren und sensibilisieren. Zusätzliche Regeln werden hier nicht helfen. Außerdem fängt es oft bei uns selbst an: Mit guten Datenschutzeinstellungen können viele Probleme bereits verhindert werden", so der Minister abschließend.

Archivfoto von Benjamin Dalle