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Schicksal Puigdemonts bei belgischem Gericht - unterdessen ruft ANC zu gewaltfreien Aktionen auch in Brüssel auf

Die spanischen Gerichte wollen auch den katalanischen Führer Carles Puigdemont, der in Belgien wohnt, strafrechtlich verfolgen. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft hat zu diesem Zweck den Europäischen Haftbefehl erhalten. Die Staatsanwaltschaft sagt, dass der Haftbefehl zunächst aus dem Spanischen übersetzt werden müsse und dass noch eine gründliche rechtliche Analyse erforderlich sei. Puigdemont selbst betont, dass er sich für die belgischen Gerichte zur Verfügung halte und nicht die Absicht habe, zu fliehen.

Der ehemalige Ministerpräsident von Katalonien, Carles Puigdemont, sagte dies vor einer Lesung am gestrigen Dienstagabend in Roeselare.

Das Schicksal von Puigdemont liegt daher in den Händen des belgischen Gerichts. "Ich bin nicht auf der Flucht. Ich stehe den belgischen Behörden zur Verfügung", sagte er in Roeselare. "Ich werde der Entscheidung des belgischen Gerichts folgen. Dies ist das dritte Mal, dass es einen Europäischen Haftbefehl gibt."

Am Montag hatte der Oberste Gerichtshof Spaniens neun katalanische Separatisten zu Freiheitsstrafen zwischen 9 und 13 Jahren verurteilt. "Was in Spanien passiert, untergräbt die europäische Demokratie", sagte Puigdemont auch noch. Er unterstützt die Demonstrationen, die in dieser Woche in Katalonien stattfinden.

Am Dienstagmorgen hatte das Internationale Büro der Katalanischen Nationalversammlung ANC zu einer gewaltfreien Demonstration auch in Brüssel aufgerufen. Die ANC habe eine Aktion des gewaltfreien zivilen Ungehorsams vorbereitet, um gegen die Urteile des Obersten Gerichtshofs Spaniens im Rahmen des katalanischen Referendumsprozesses zu protestieren, heißt es in einer Mitteilung der ANC von diesem Dienstagmorgen. Die Aktionen zielten darauf ab, die fünf Märsche, die heute in Katalonien begännen, international zu gestalten.