Schwerer sexueller Missbrauch von Minderjährigen kann nicht mehr verjähren

Schwerer sexueller Missbrauch von Minderjährigen wird in Belgien schon bald nicht mehr verjähren können. Der Justizausschuss hat einen Gesetzentwurf zu diesem Thema gebilligt. Die Opfer bringen ihre Geschichte oft erst Jahre nach dem Missbrauch zur Sprache, aber dann ist es häufig zu spät, um den Täter vor Gericht zu bringen.

Bislang konnten Opfer noch bis zu fünfzehn Jahre nach Erreichen der Volljährigkeit bei den Polizeidiensten Anklage erheben. Mehrere politische Parteien waren der Ansicht, dass die Frist zu kurz sei. Die Frist wird deshalb schon bald vollständig aufgehoben. Das Ergebnis? Schwerwiegender sexueller Missbrauch von Minderjährigen kann nicht mehr verjähren.

Der Justizausschuss hat an diesem Dienstamorgen einen Gesetzentwurf hierzu verabschiedet, der unter anderem von John Crombez (SP.A) und Valerie Van Peel (N-VA) vorgelegt wurde. Er muss noch vom Plenum im Plenarsaal genehmigt werden.

Das Problem besteht oft darin, dass Opfer von sexuellem Missbrauch erst lange Zeit nach den Taten Anzeige bei der Polizei erstatten. Sie haben z.B. Angst vor dem Gericht, sind noch immer traumatisiert oder leben noch in der Nähe des Täters. In dem Moment, in dem sie es wagen, ihre Geschichte zu erzählen, sind die Taten oft verjährt und es ist nicht mehr möglich, Maßnahmen zu ergreifen. Um dies zu verhindern, wird jegliche Frist nun gelöscht.