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Werden Kindern zu leichtfertig und vorschnell Paukenröhrchen ins Trommelfell eingesetzt?

Hals-Nasen-Ohrenärzte sprechen sich dagegen aus, dass Kindern zu oft ein Paukenröhrchen in das Trommelfell eingesetzt wird. Darüber hatte die christliche Krankenkasse CM an diesem Mittwochmorgen geklagt.

Ein Paukenröhrchen wird in das Trommelfell eingesetzt, um eine Flüssigkeitsansammlung und Infektionen im Mittelohr des Kindes zu verhindern. Es wird dann eingesetzt, wenn ein Kind eine Ohrinfektion hatte und sich nach der ersten Behandlung noch Flüssigkeit im Ohr befindet oder wenn ein Kind regelmäßig an Ohrinfektionen leidet. Paukenröhrchen dienen quasi der mittel- bis langfristigen Belüftung des Mittelohrs.

Nach Angaben der christlichen Krankenkasse CM sei das Verfahren oft unnötig und riskant. Sie fordert daher die Ärzteschaft und die Eltern auf, es sich zweimal zu überlegen, bevor sie einer solchen Behandlung Priorität einräumten.

In den Jahren 2017 und 2018 wurden bei mehr als 16.000 Mitgliedern der Christlichen Krankenkasse unter 10 Jahren Paukenröhrchen ins Trommelfell eingesetzt, weil sie regelmäßig an Ohrinfektionen litten. Diese Ohrinfektionen, die bei Säuglingen und Kleinkindern häufig auftreten, heilten jedoch spontan, so die Krankenkasse, die daher die Platzierung von Röhrchen für unnötig hält. Nur in Einzelfällen sei der Einsatz eines solchen Röhrchens wirklich notwendig, meint die Krankenkasse.

Doch laut Hals-, Nasen und Ohrenärzten würden die Röhrchen platziert, um größere Probleme zu vermeiden. Das sagte der Hals-Nasen-Ohren-Arzt Dr. Glen Forton in der VRT an diesem Morgen. Dr. Forton zufolge sei die Position der Krankenkasse aus haushaltspolitischen Gründen zu erklären und liege nicht im Interesse der öffentlichen Gesundheit.