Antwerpener Hafen: Drogenschmuggler werden kreativer - Zoll rüstet auf

Der Zoll im Hafen von Antwerpen wird in Zukunft  hochtechnologische Mittel einsetzen, um den Kampf gegen den internationalen Kokainschmuggel besser in den Griff zu bekommen. Der Zoll muss fahndungstechnisch weiterdenken, weil die Drogenschmuggler kreativer werden. So wird Kokain inzwischen auch in Fruchtsaft und in Tiernahrung über den Antwerpener Hafen nach Europa geschmuggelt. Die Wissenschaft arbeitet schon daran, entsprechende Technologien zu verfeinern.

Die Schmuggler werden immer kreativer, sagte Kristian Vanderwaeren, Generaldirektor der belgischen Zollbehörden gegenüber der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd. Noch immer sei die gebräuchlichste Form des Schmuggels, Kokain in Sporttaschen in Südamerika in Container zu laden, um sie von Handlangern in Antwerpen aus diesen Frachtboxen abholen zu lassen.

Doch, so Vanderwaeren: „Wir stellen fest, dass die Drogen immer häufiger in Nahrungsmitteln geschmuggelt werden. Vor allem in Fruchtsaft. Man hat ein Labor nötig, um die Drogen da wieder herauszufiltern. Doch inzwischen ist die Drogenmaffia so reich geworden, dass das kein Hindernis mehr darstellt.“ 

Wir stellen fest, dass die Drogen immer häufiger in Nahrungsmitteln geschmuggelt werden. Vor allem in Fruchtsaft. Man hat ein Labor nötig, um die Drogen da wieder herauszufiltern. Doch inzwischen ist die Drogenmaffia so reich geworden, dass das kein Hindernis mehr darstellt.“

Kristian Vanderwaeren, Generaldirektor der belgischen Zollbehörden

Um dagegen vorzugehen und um auf diese Art und Weise geschmuggeltes Kokain entdecken zu können, hatte der belgische Zoll bei der Universität Antwerpen (UA) und beim der Löwener Universität (KULeuven) nahestehenden Technologieunternehmen Imec eine Studie in Auftrag gegeben, aus der ersichtlich wurde, dass Spitzentechnologie, mit der Container besser gescannt werden können, nicht so einfach zu entwickeln ist. Und doch sei es möglich, in naher Zukunft alle Container zu scannen, die Antwerpen erreichen oder verlassen, ohne für einen Stau zu sorgen.

Mit künstlicher Intelligenz gegen findige Drogenschmuggler

Die beiden wissenschaftlichen Institute denken dabei an sogenannte „sniffer“. Das ist eine Technologie, die mit an Kränen und Laufbrücken in Container-Terminals angebrachten Messgeräten den Geruch von Ladungen innerhalb von drei Minuten analysieren soll.

Die Antwerpener Uni und Imec haben von den Zollbehörden inzwischen den Auftrag erhalten, diese Technologie zu entwickeln, die die bisherige Vorgehensweise der Überprüfung von Ladungen mittels Sonden ergänzen soll. Das bedeutet, dass die Zollfahndung mit künstlicher Intelligenz Drogen beim Scannen von Frachtboxen arbeiten wird.

Im laufenden Jahr wurden im Antwerpener Hafen bereits rund 41 Tonnen Kokain entdeckt und beschlagnahmt. Und dies, obschon nur etwa 1 % aller in diesem Hafen ankommenden Container auch wirklich eingehend gescannt wird.