Foto: Andreas Kockartz

"Bruegel in Schwarz und Weiß" in der Königlichen Bibliothek von Belgien in Brüssel

Brüssel besitzt im Vergleich zu Wien zwar weniger Gemälde von Pieter Bruegel d.Ä., doch in der Königlichen Bibliothek von Belgien (KBR) befindet sich eine umfassende Sammlung an Drucken und Grafiken von dessen Hand bzw. von dessen Schülern und Zeitgenossen. Seit dem 15. Oktober 2019 findet in einem dazu renovierten Bereich der Bibliothek und in einem weiteren besonderen Brüsseler Gebäude die Ausstellung „Bruegel in Schwarz und Weiß“ statt. Sie zeigt, dass Bruegel als Kupferstecher besonders produktiv war. 

Zu Lebezeiten produzierte Pieter Bruegel d.Ä. wohl über 60 Drucke, die heute über die ganze Welt verstreut sind. Die Königliche Bibliothek von Belgien aber verfügt über eine einzigartige und vollständige Sammlung von Drucken des Meisters - insgesamt 90 Radierungen und Stiche. Diese Sammlung wird jetzt in dieser Form zum ersten Mal überhaupt präsentiert. Die Bibliothek zeigt hier einen Bruegel, den man so bislang noch nicht kennt. Pieter Bruegel ist zwar einer der wichtigsten Maler der Kunstgeschichte, doch er war auch anderweitig besonders produktiv. Die Königliche Bibliothek Belgiens lässt jetzt die weniger bekannten Drucke und Kupferstiche von Bruegel entdecken und stellt in diesem Bruegel-Jahr 2019 die gesamte eigene Sammlung aus.

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Im 16. Jahrhundert war Flandern das Zentrum der europäischen Kupferstecher. Pieter Bruegel und sein Verleger Hieronymus Cock nahmen dabei seinerzeit eine Schlüsselrolle ein. Das handwerkliche Können des einen und der Unternehmergeist des anderen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „Die Welt Bruegels in Schwarz und Weiß“.

„Bewundern Sie Bruegels originelle Zeichnungen, seine italienischen Landschaften, die sieben Todsünden und Tugenden und andere herrliche Kupferstiche. Tauchen Sie in Bruegels imaginäre Welt ein und lassen Sie sich von den besonderen Figuren und Details überraschen.“, heißt es dazu bei VisitFlanders, der Tourismusbehörde der flämischen Landesregierung und zurecht, denn diese Ausstellung sucht ihresgleichen.

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Die Königliche Bibliothek hat für ihre erste öffentliche Ausstellung überhaupt einige Räumlichkeiten extra hergerichtet. Doch durch eine neue Öffnung betreten die Besucher auch den benachbarten Palasts von Karl von Lothringen (der von 1744 bis 1780 General-Gouverneur der Österreichischen Niederlande war), ein einzigartiges Gebäude aus dem 18. Jahrhundert in der Brüsseler Altstadt bzw. im Museumsviertel am Kunstberg, wo sich ebenfalls ein Teil der Ausstellung befindet.

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Die Kuratoren der Ausstellung „Bruegel in Schwarz und Weiß“ haben in den ihnen zu diesem Zweck zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten in der KBR und im Palast von Karl Von Lothringen eine ganz eigene Welt geschaffen, in der dieser kreative Abschnitt von Pieter Bruegel d.Ä. besonders zur Geltung kommt. Hier werden nicht nur einfach Drucke ausgestellt, sondern hier wird zunächst einmal bildlich und z.B. für Schulklassen bildlich erklärt, wie zu Zeiten des Meisters überhaupt in dieser Hinsicht gearbeitet wurde. So liegen originale Kupferplatten auf Ansicht aus und so wurden historische Druckerpressen aufgebaut, um die Arbeit der Kupferstecher noch mehr zu verdeutlichen.

Im Laufe der Ausstellungen zeigen sich immer mehr Facetten dieses Bruegels und seiner Zeitgenossen und jedes Mal überraschen neue Szenarien in neuen Räumen den Betrachter. Abgeschlossen wird „Bruegel in Schwarz und Weiß“ mit Vergleichen mit Werken anderer Künstler und mit dem, was die Welt der Kunst nach Bruegels Tod brachte, bzw. welchen Einfluss er weiterhin hatte (und hat).

„Bruegel in Schwarz und Weiß“, noch bis zum 16. Februar 2020 in der Königlichen Bibliothek von Belgien, Kunstberg 25 in 1000 Brüssel. Info: www.kbr.be

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