Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved.

In Nordsyrien sollen sich 84 Personen "mit Bezug zu Belgien" aufhalten

Nach Informationen des Nationalen Sicherheitsrates halten sich derzeit 84 Personen in der Konfliktregion in Nordsyrien auf, die einen „eindeutigen Bezug zu Belgien haben“. Wer diese Leute sind, ist bekannt, doch wo sie sich konkret aufhalten, ist offenbar fraglich. Inzwischen wurden in Lüttich und Brüssel Personen verhaftet, die Spendengelder sammelten, um belgische IS-Frauen aus syrischen Gefangenenlagern zu befreien und ins Land zu bringen.

Der Nationale Sicherheitsrat tagte am Mittwoch in Brüssel, um den Umgang mit aus Belgien stammenden IS-Kämpfern und deren Frauen und Kinder zu beraten, da die Sicherheitslage im Norden von Syrien angesichts des türkischen Angriffs auf die Kurden und der Reaktionen Syriens und Russlands darauf, immer unsicherer wird. Man wisse von 84 Personen „mit Bezug zu Belgien“ und kenne deren Namen, doch wo sich die meisten von ihnen konkret aufhalten, ist den belgischen Sicherheitsbehörden nicht bekannt.

Laut Paul Van Tigchelt, Leiter des belgischen Koordinationszentrums für Bedrohungsanalyse OCAD, und Claude Van de Voorde von der Staatssicherheit befinden sich diese Leute entweder in Gefängnissen oder in Gefangenenlagern oder aber sie leben nicht mehr, weil die im Kampf für islamistische Terrorgruppen wie IS gefallen sind.

Im parlamentarischen Kammerausschuss zu Sicherheitsfragen ging es am Mittwoch vor allem darum, wie man in Belgien (und darüber hinaus) mit IS-Kämpfern aus dem eigenen Land umgehen soll. Immer häufiger wird hierzulande gefordert, diese Leute in ihrem Heimatland vor Gericht zu stellen. Belgien verhandelt dazu gerade u.a. mit Ländern wie Deutschland, Frankreich und auch Großbritannien über die Einrichtung eines internationalen Tribunals.

Sicher ist, dass zwei aus Belgien stammenden IS-Kämpfern, drei Frauen und sechs Kindern die Flucht aus einem kurdischen Gefangenenlager gelungen ist. Wo sich diese Personen derzeit aufhalten, ist unbekannt. Die Polizei hat derweil in Lüttich und Brüssel neun Personen festgenommen, die dabei waren, Spendengelder zu sammeln, um damit belgische IS-Frauen und deren Kinder aus kurdischen Lagern zu befreien. Bisher sollen dabei 8.000 bis 10.000 € zusammengekommen sein. Mit dem Geld sollten die Frauen und Kinder quasi freigekauft und nach Belgien gebracht werden. Gegen 2 der 9 Festgenommenen wurde unterdessen Haftbefehl erlassen.