Wenn das AKW Doel vom Netz geht, will Beveren Geld an der Lagerung von Strahlenabfall verdienen

Die Gemeinde Beveren in der Provinz Ostflandern, auf deren Boden sich das Kernkraftwerk Doel bei Antwerpen befindet, will bei der Schließung des Kraftwerks bzw. im Zuge der Abschaltung der verschiedenen Meiler Geld mit dem dort gelagerten Atommüll verdienen, um Einnahmeverluste durch die Kraftwerksschließung zu kompensieren. Der Plan zum Atomausstieg sieht vor, dass alle Doel-Meiler innerhalb von sechs Jahren definitiv vom Netz genommen werden müssen.

Wenn im Jahr 2025 der letzte der vier Meiler des Kernkraftwerks Doel heruntergefahren wird, verliert die Gemeinde Beveren, auf deren Boden sich das AKW befindet, an hohen Einnahmen. Jeder Meiler bringt Beveren in Form von diversen Abgaben rund 1 Mio. €. Diese Beträge will die Stadt kompensieren, wie Bürgermeister Marc Van de Vijver (CD&V) dazu sagt: „Der Betrag steht noch nicht fest. Wir müssen das noch genau berechnen.“

„Wir wollen gerne untersuchen, ob Beveren einen Teil des verlorenen Geldes durch die Lagerung von Atommüll kompensieren kann. Hier lagert bereits viel Strahlenabfall und es wird noch mehr werden, wenn wir die Meiler von Doel abreißen müssen“, so Van de Vijver gegenüber dem VRT-Regionalsender Radio 2 Antwerpen.

Noch kein Endlager in Belgien

Der Gemeinderat von Beveren will Abgaben auf den dort gelagerten Strahlenabfall erheben. Der Bürgermeister stellt fest, dass diese Abfälle so oder so hier liegen, also könne man damit Geld generieren. In Tihange bei Lüttich werde auch Geld eingenommen, weil dort Strahlenabfälle aus den dortigen Meilern im gleichnamigen AKW gelagert werden müssen.

Dazu ist zu sagen, dass die dauerhafte Lagerung von Strahlenabfällen in Belgien nie wirklich geregelt wurde. Einen Standort für ein Atommüll-Endlager konnten die Behörden bisher weder finden, noch benennen. Allerdings kann die Gemeinde Beveren nicht so einfach beschließen, Atommüll zu lagern und anschließend mit Abgaben zu belegen. Die Kernkraft ist staatliche Materien und liegt in Händen der belgischen Bunderegierung. Der Plan zum Atomausstieg bis 2025 sieht für Doel vor, dass der Meiler Doel 3 2023 vom Netz geht   , die Meiler Doel 1 und 2 2024 und Doel 4 2025.