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Belgien bestreitet internationale Berichte über die Rückführung von IS-Kämpfern

Belgien hat nicht die Absicht, IS-Kämpfer aus dem Norden Syriens zurückzuholen, bestätigten mehrere Regierungsquellen. Gestern hatte die britische Qualitätszeitung ‚The Guardian‘ dies berichtet. Seit der türkischen Invasion sind fünf belgische Erwachsene und sechs Kinder aus Lagern und Gefängnissen in Nordsyrien verschwunden. Dadurch wird die Debatte über die belgischen IS-Kämpfer in der Region neu entfacht.

„Familienangehörige von Gefangenen aus zwei Lagern wurden am Freitag von belgischen Beamten darüber informiert, dass der Waffenstillstand genutzt wird, um Personen, die mit der IS verbunden sind, zurückzuholen“, berichtete die Zeitung gestern. Der amerikanische Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, dass einige europäische Länder IS-Kämpfer zurückholen wollen.

Belgien hat nicht die Absicht, dies zu tun, und hält an seiner Position fest, dass IS-Kämpfer in der Region vor Gericht gestellt werden sollten. Verschiedene Regierungsquellen bestätigten das. Im Außenministerium hieß es hierzu offiziell:  "Kein Kommentar". 

Risiko?

Seit der türkischen Invasion Nordsyriens ist die Diskussion über die belgischen IS-Kämpfer und ihre Familienangehörigen in der Region wieder entbrannt. Drei Frauen und ihre sechs Kinder haben die Lager in Nordsyrien verlassen, zwei Männer sind aus den Gefängnissen geflohen. OCAD, das staatliche belgische Koordinationsorgan welches die terroristische Bedrohung in unserem Land analysiert, glaubt nicht, dass sie unbemerkt in unser Land einreisen können, obwohl das auch "nicht unmöglich" sei, heißt es. 

Laut OCAD-Chef Paul Van Tigchelt stellen 55 IS-Kämpfer (35 Frauen und 20 Männer) in der Region ein potenzielles Risiko für unser Land dar, von denen drei sich im Irak aufhalten. Viele von ihnen sind noch immer belgische Staatsangehörige. In der Region gibt es auch 69 belgische Kinder, die meisten davon zwischen 1 und 5 Jahren alt. 

Derzeit gilt ein fünftägiger Waffenstillstand zwischen der Türkei und den kurdischen Milizen. Nach Angaben des syrischen Observatoriums für die Menschenrechte starben gestern 14 Zivilisten nach türkischen Angriffen bei Ras al-Aïn. Es wird befürchtet, dass die Gewalt nach fünf Tagen wieder zunehmen wird, da sich die kurdischen Milizen vorerst weigern, das Gebiet zu verlassen.