Kindermörder Marc Dutroux hofft auf Haftentlassung. Opfervater: „Darf nicht passieren!“

Marc Dutroux (Foto) verbüßt eine lebenslange Haftstrafe für die Entführung, Vergewaltigung und Ermordung der Mädchen Julie, Mélissa, An und Eefje sowie für die Entführung und Vergewaltigung von Laetitia und Sabine, den beiden Mädchen, die lebend gefunden wurden.  Seit einigen Jahren beantragt Dutroux, vorzeitig aus der Haft entlassen werden.

Am 28. Oktober möchte das Brüsseler Strafgericht eine Entscheidung in der Sache fällen. Am vergangenen Donnerstag tagte das Gericht ein erstes Mal unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Gefängnis von Nivelles. Unter anderem wurde nun der Einsatz von fünf Psychiatern beschlossen. Sie sollen den psychischen Zustand des heute 62-jährigen Dutroux untersuchen, wie sein Anwalt Bruno Dayez erklärte.

Bislang wird Marc Dutroux als Psychopath eingestuft. Vor 15 Jahren, während seines Prozesses, entschieden Gerichtspsychiater, dass Dutroux extrem gefährlich sei: "Ein Lügner, ein Manipulator und ein Psychopath der schlimmsten Art", hieß es damals. Laut den damaligen Psychiatern würde sich das nie mehr ändern. 

Vorzeitige Haftentlassung?

Dutroux und seine Anwälte wollen das jetzt widerlegen, damit er früher aus der Haft entlassen werden kann. Zusätzlich zu diesem neuen psychiatrischen Bericht muss Marc Dutroux nachweisen, dass er Arbeit und einen Wohnsitz gefunden hat und seinen Opfern sein Bedauern über seine Verbrechen ausgedrückt hat, bevor er überhaupt eine Chance auf vorzeitige Haftentlassung hat. In diesem Zusammenhang hatte er vergangenes Jahr einen Brief an seine Opfer geschrieben.

Sollte das psychiatrische Gutachten positiv ausfallen, könnte Dutroux ab 2021 auf Freilassung hoffen. Beobachter halten dies aber für absolut unwahrscheinlich. Marc Dutroux sitzt seit 23 Jahren in Haft.

Jean Lambrecks, der Vater des ermordeten Eefje, war bei der Sitzung am Donnerstag anwesend. Danach wollte er nicht mehr reagieren, er war eindeutig schockiert. Er hatte vorher wohl reagiert. Es ist sechs Jahre her, dass Lambrecks den Mörder seiner Tochter zum letzten Mal sah. "Es ist sehr unangenehm, aber ich will ihn sehen. Ich finde es seltsam, dass er es wagt, um so etwas zu bitten. Mehr kann ich dazu nicht mehr sagen. Er muss seine Strafe weiterhin absitzen, ich will nicht, dass Dutroux freigelassen wird".