Flanderns Ministerpräsident Jan Jambon beantwortet Fragen der Zuschauer im VRT-Fernsehen

In der sonntäglichen Talkshow „ De zevende dag“ (dt.: „Der siebte Tag“) des VRT-Fernsehens konnten die Zuschauer heute direkt Fragen an den neuen flämischen Ministerpräsidenten Jan Jambon (N-VA, Foto) stellen. Verdienen Politiker zu viel? Warum war die Abschaffung der Wohnungsprämie nicht in den Parteiprogrammen enthalten? Und warum wird die Energierechnung nicht billiger? Eine Auswahl der Antworten:

"Solange wir auch nur einen Euro verdienen, wird es immer Leute geben, die finden, dass wir zu viel verdienen", antwortete Jambon auf die Frage nach den Politikergehältern. "In der letzten Legislaturperiode haben wir 5% unseres Lohnes gestrichen. Wir unternehmen Anstrengungen, aber etwas in mir sagt, dass es nie genug sein wird". Jambon gibt zu, dass es sich um "hohe Beträge" handelt: "Für mich müssten die Politikergehälter nicht so hoch sein". Aber "jeder ist frei, als Politiker zu kandidieren und so selbst ein solches Gehalt zu beanspruchen", sagt er auch.

Auf die Frage, warum die Abschaffung der Wohnungsprämie in keinem Wahlprogramm auftauchte, aber jetzt von der neuen flämischen Koalition von flämischen Nationalisten, Christdemokraten und Liberalen wohl ins Koalitionsabkommen geschrieben wurde, antwortete der Ministerpräsident:

"Man kann nie 100% dessen umsetzen, was man dem Wähler versprochen hat", so Jambon, der zugibt, dass keine Regierungspartei den Vorschlag in ihrem Wahlprogramm hatte. "Dann kommst du an den Verhandlungstisch und wirst mit die Fragen aus der Gesellschaft konfrontiert, auf die eine Antwort gegeben werden muss. Dann sind Sparmaßnahmen unvermeidlich." Laut Jambon kam der Vorschlag, den so genannten Wohnungsbonus zu entfernen, von der Verwaltung. "Entscheidungen treffen und dabei konsequent bleiben", das ist die Devise von Jambon.

Warum wird die Strom- und Gasrechnung immer teurer, fragte ein anderer Zuschauer. "Sie haben  Recht", antwortete Ministerpräsident Jambon. "Wir hatten angekündigt, dass wir eine Reihe von Elementen aus der Energierechnung herausnehmen und in den Gesamthaushalt aufnehmen würden. Sie würden also nicht über die Stromrechnung, sondern über den allgemeinen Topf bezahlt“. Dies würde es laut Jambon jedoch erschweren, mit den Wartelisten im Gesundheitswesen umzugehen und in Schulen zu investieren. "Das schien nicht sehr klug", sagt Jambon. "Natürlich möchte ich auch die Rechnungen reduzieren und gleichzeitig die Wartelisten im Pflegebereich angehen", sagt Jambon. "Das sind Gleichgewichtsübungen“. Der Ministerpräsident versprach aber, dass der Energierechnung nichts mehr hinzugefügt wird.