Foto: Andreas Kockartz

Die Königliche Bibliothek von Belgien: Ein Ort, "der die Zeit schützt"

Die Königliche Bibliothek von Belgien, die heute kurz und knapp KBR genannt werden will, ist die nationale wissenschaftliche Bibliothek unseres Landes, die rund 8 Millionen Veröffentlichungen bewahrt, verwaltet und auch wissenschaftlich analysiert. Damit bewahrt die KBR das wissenschaftliche, kulturelle und historische Archiv Belgiens. Dieses enorme Kulturerbe ist für jeden offen, denn die KBR bieten jedem Zugang zu seinen Archiven. Und diese Bibliothek am Brüsseler Kunstberg unweit der historischen Altstadt (Foto) hat mehr zu bieten, als „nur Bücher“!

Schon jetzt gibt die KBR allen Interessierten Zugang zu der dort aufbewahrten und archivierten Information. Sie leiht dabei nicht nur einfach Bücher aus, die in den Lesesälen konsultiert werden können, sondern bietet auch Hilfestellung, wenn spezifische Themen bearbeitet werden sollen. 

Sie unterstützt sogar bei jeglicher wissenschaftlicher Untersuchung und Forschung und erleichtert dabei die Arbeit mit ihren zur Verfügung stehenden Mitteln.

Doch in Zukunft will die Königliche Bibliothek von Belgien mehr. Als KBR möchte sie die eigenen Räumlichkeiten in Zukunft weiter öffnen und zu einem Erlebnisort werden lassen. Mit der Ausstellung „Bruegel in Schwarz und Weiß“, die sich der Arbeit Pieter Bruegels d.Ä. als Drucker und Grafiker widmet (siehe nebenstehenden Beitrag), lädt die KBR zum ersten Mal zu einem bedeutenden Kulturereignis ein.  

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Foto: Andreas Kockartz

In Belgien ist seit 600 Jahren ein Schatz verborgen“

Doch in Zukunft soll es mehr davon geben. Sie will den Zugang zu einem „außergewöhnlichen Wissen“ erweitern und unter dem wunderbaren Motto „Ein Ort, der geplant wurde, um ihre Zeit zu schützen“ bald weitere Ausstellungen und breitenwirksame Events veranstalten. Ab dem 20. Mai 2020 heißt es: „In Belgien ist seit 600 Jahren ein Schatz verborgen“.

Damit wird eine Entdeckungstour durch das 15. Jahrhundert in Brüssel angekündigt, die durch eine wichtige und bis heute prägende Zeit für die heutige belgische und europäische Hauptstadt und das ganze Land führen wird. Damals „gehörte“ Brüssel den reichen und mächtigen Herzögen von Burgund, meist „kluge und gebildete Politiker und Mäzene“. Viele Bilder und Bücher von damals sind heute in der KBR erhalten und gelten für das Haus als „600 Jahre alter Schatz von Belgien…

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Foto: Andreas Kockartz

Zwei Exemplare pro Buch sind hier erhalten

Heute besitzt und verwaltet die KBR rund 8 Millionen Dokumente verschiedenster Art. Diese Kulturerbe-Kollektion wird seit einiger Zeit von Fachleuten neu katalogisiert, behutsam restauriert und für eine bessere Zugänglichkeit natürlich auch digitalisiert. Doch die KBR bewahrt nicht nur historische Artefakte, sondern archiviert weiter, was heute in und über Belgien erscheint.

Hanna Huysegoms von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit bei der KBR erzählt dazu, dass jeder Verlag oder jeder Autor, der etwas im Eigenverlag herausbringt, dazu angehalten ist, zwei Exemplare der Bibliothek zukommen zu lassen: „Die belgischen Verlage sind sogar dazu verpflichtet“, so Huysegoms. Ausländische Verlage und Herausgeber sowie eben jene Autoren, die Bücher oder andere drucktechnische Veröffentlichen im Selbstverlag herausbringen, rät sie ebenfalls, dies im Sinne der Wissenschaft zu tun: „Falls Verlage verschwinden oder in Konkurs gehen und deren Bestände verstreut werden, haben wir immer eine sichere Reserve in unseren Archiven.“

KBR Museum, Kunstberg 28, 1000 Brüssel, www.kbr.be

Foto: Andreas Kockartz
Foto: Andreas Kockartz