Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel: Angeklagte müssen fast 1 Mio. € Schadensersatz zahlen

Mehdi Nemmouche und Nacer Bendrer (Foto), die beiden islamistischen Terroristen, die für den Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel im Mai 2014 zu langen Haftstrafen verurteilt wurden, müssen den Opfern dieses Anschlags, bzw. deren Angehörigen und auch dem Museum selbst einen Schadensersatz zahlen. Ein Brüsseler Gericht bezifferte jetzt die zu entrichtende Summe mit 950.000 €.

Mehrere Familienmitglieder der vier Todesopfer erhalten nach Schadensersatzforderungen von der belgischen Justiz Entschädigungen und auch das Jüdische Museum bekommt einen eher symbolischen Betrag von 50.000 € zugewiesen. 

Der französische Terroropferverband AFVT, der Opfer von Terroranschlägen vertritt, hatte ebenfalls eine Schadensersatzforderung gegen die beiden Verurteilten eingereicht, doch diese wurde abgewiesen, auch wenn dieser Verband hier als Nebenkläger aufgetreten war.

Mehdi Nemmouche wurde zu lebenslänglicher Haft (in Belgien 30 Jahre Gefängnis) mit anschließender Sicherheitsverwahrung für 15 Jahre für den Anschlag auf das Jüdische Museum verurteilt. Er hatte am 24. Mai 2014 dort vier Menschen mit Schüssen ums Leben gebracht.

Der Mitangeklagte Nacer Bendrer wurde zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte nach Ansicht der Justiz Nemmouche die Waffen für den Terroranschlag geliefert. Dieser Anschlag gilt übrigens als der erste Anschlag mit IS-Hintergrund in Europa.