Dieses Archivfoto aus dem Jahr 2014 zeigt Gent bei Smogalarm

Die Luft in Flandern wird zwar immer besser, bleibt aber weiter zu schlecht

Eine neue Studie der Flämischen Umweltgesellschaft zeigt, dass die Luftqualität im belgischen Bundesland Flandern in den vergangenen 10 Jahren besser geworden ist. Inzwischen werden auch hier weniger Schadstoffe in die Umluft abgegeben. Das bedeutet, dass Flandern in dieser Hinsicht fast alle Zielsetzungen der EU erreicht. Diese Verbesserung ist in erster Linie wohl auf die Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz der hiesigen Industrie zurückzuführen. Doch der Schadstoffausstoße der einzelnen Bürger und Privathaushalte bleibt weiter zu hoch und ist inzwischen das eigentliche Problem. 

Im Bereich fast aller Schadstoffe, die auch in Flandern ausgestoßen werden, ist in den vergangenen 10 Jahren hier eine deutliche Verbesserung festzustellen - Feinstaub, Stickstoffoxyde, Schwefeloxyde, Schwermetalle. Mit einer Ausnahme und dass ist Ozon.

Doch dieser Stoff wird nicht ausgestoßen, sondern entsteht durch Sonnenlicht und die Wirkung davon auf andere umweltverschmutzende Materie. In den vergangenen Jahren und besonders letztes Jahr hat es deutlich weniger geregnet, was dafür sorgt, dass die Schadstoffe im wahrsten Sinne des Wortes „vom Himmel fallen“.

Alles in allem werden die meisten Zielsetzungen der Europäischen Union auch im belgischen Bundesland Flandern erreicht, so die Studie der Flämischen Umweltgesellschaft. Und doch sind pro Jahr auch in unserer Region rund 4.100 Sterbefälle auf Feinstaubkonzentrationen in der Um- und Atemluft zurückzuführen.

Neuralgische Punkte im Straßenverkehr

An insgesamt 9 Messpunkten in Flandern bleiben allerdings die Schadstoffwerte deutlich zu hoch. Das betrifft 7 Punkte in Antwerpen und 2 Messstellen in Gent. Diese neuralgischen Messpunkte befinden sich an besonders verkehrsreichen Stellen in den beiden flämischen Ballungsräumen.

Dies zeigt, dass die Maßnahmen der Industrie und auch in der Landwirtschaft (durch einen seit Jahren greifenden Gülle- und Mistplan der flämischen Landesregierung - auch wenn die Messwerte seit einiger Zeit hier stagnieren) Wirkung zeigen. Dies belegt aber auch, dass der Bereich Individualverkehr enormen Nachholbedarf in Sachen Schadstoffbekämpfung hat.

Trendiges aber umweltverschmutzendes Heizen

Doch neben dem Individualverkehr - Belgien ist ein ausgesprochenes Dieselland, in dem nach wie vor zu viele Kilometer zurückgelegt werden – liegen weitere Probleme vor, die in erster Linie von den privaten Haushalten verursacht werden.

Das ist die Art der Heizungen. Trotz deutlich verbesserten Technologien heizen noch viele Familien mit Heizöl. Während Kohleöfen mittlerweile eher selten werden, hat das CO2-fördernde Verbrennen von Holz in trendigen Öfen einen sehr negativen Effekt auf die Luftqualität.