Hunderttausende von Haushalten haben zu hohe Energierechnung

Eine sehr große Zahl belgischer Haushalte und Unternehmen gibt jedes Jahr Hunderte von Euro zu viel für ihre Energierechnungen aus. Das geht aus einer neuen Analyse des Energieregulators der belgischen Bundesbehörden (Creg) vom Donnerstag hervor. Der Verbraucher entscheidet sich nicht immer für die günstigste Variante und bleibt manchmal teureren "ruhenden Verträgen" treu. Die Regulierungsbehörde hat daher ihr „Vergleichstool“ verbessert, das inzwischen fast 100% der Verträge berücksichtigt.

Laut der Creg-Statistik geben rund 360.000 Haushalte jedes Jahr mehr als 600 Euro zu viel für ihre Energie aus. Diese Mehrkosten belaufen sich für fast 20.000 KMU auf 3.450 Euro pro Jahr. "Mehr als 600.000 Haushalte und 70.000 KMU haben in den letzten Jahren keine Vertragsänderungen vorgenommen, obwohl sie dies ohne Entschädigungszahlungen und mit einer Frist von einem Monat tun könnten", erklärt Laurent Jacquet, Preismanager.

Wer einen neuen Vertrag abschließt, entscheidet sich nicht automatisch für das günstigste Angebot: 50 bis 60% der Haushalte haben sich für die zehn teuersten Produkte entschieden.

Die Regulierungsbehörde stellt erhebliche Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Verträgen auf dem Markt, teilweise innerhalb desselben Anbieters, fest, insbesondere zwischen den derzeit aktiven und den nicht mehr angebotenen Formeln ("ruhende Verträge"). Hunderttausende Belgier sind immer noch daran gebunden.

 Creg erinnert daher daran, dass es nach wie vor wichtig ist, die Angebote regelmäßig zu vergleichen, um von den besten Preisen zu profitieren. Zu diesem Zweck bietet die Regulierungsbehörde seit Donnerstag eine neue Version des 2017 eingeführten "Creg Scan" an. Dieser deckt nun 100% der Verträge ab, einschließlich Gruppenkäufe (330.000 Haushalte) und Kooperationsverträge (70.000 Haushalte). Mit wenigen Klicks kann der Verbraucher mehr als 13.000 aktive und ruhende Verträge zu festen und variablen Preisen vergleichen.

Das Einsparpotenzial kann 300 Euro für Strom und bis zu 800 Euro für Gas betragen, betont die Regulierungsbehörde abschließend.

Die Verbraucher sollten wissen, dass es andere Möglichkeiten gebe, kommentierte die Wirtschaftsministerin, Nathalie Muylle die Creg-Analyse. "Die neueste Version des Verhaltenskodex für den Energiesektor, der im September 2018 in Kraft getreten ist, enthält eine Reihe von Maßnahmen, um die Verbraucher besser darüber zu informieren, was sie bezahlen und welche günstigeren Verträge sie möglicherweise abschließen könnten. Ich werde das Wirtschaftsinspektorat anweisen, zu prüfen, ob dieser Verhaltenskodex von allen Lieferanten ordnungsgemäß befolgt wird", fügte die Ministerin noch hinzu.