Foto: Andreas Kockartz

Europalia Rumänien: "Dacia Felix“ in Tongeren oder 2.000 Jahre Geschichte Rumäniens

Das Gallo-Römische Museum in Tongeren, der ältesten Stadt Belgiens in der heutigen Provinz Limburg, beteiligt sich mit der wunderbaren Ausstellung „Dacia Felix“ an der diesjährigen Europalia, die sich Rumänien widmet. Kaum ein Ort in Belgien im Allgemeinen und in Flandern im Besonderen eignet sich besser für diese Ausstellung, als eben dieses Museum in dieser Stadt. „Dacia Felix“ ist eine Zeitreise ins Rumänien vor 2.000 Jahren…

Vor rund 2.000 Jahren, genauer im Jahr 106 nach Christus,verleibte sich das damalige Römische Reich einen weiteren Teil im Osten des heutigen Europas ein. Diese neue Provinz wurde damals „Dacia“ genannt und befand sich in etwa dort, wo heute das EU-Land Rumänien liegt. „Dacia“ war die Heimat von Völkern, wie den Daciern und den Geten. Das Gallo-Römische Museum in Tongeren zeigt anhand von vielen Artefakten die Geschichte dieses Landstriches, die eine wahren Kreuzbestäubung der Völker darstellt. Hier lebten bei weitem nicht nur Dacier oder Geten, sondern auch Griechen, Kelten, Römer oder Scythianer, ein türkisches Volk.

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Foto: Andreas Kockartz

Diese Völkerwanderungen erklärt das Gallo-Römische Museum in Tongeren mit einer einmaligen Scenographie, die die beiden Architekten Shin Bogdan Hagiwara und Shizuka Hariu entwarfen. Mit detailreichen Karten, Erklärungen in mehreren Sprachen und über einen spannend dargestellten Ausstellungsweg wird ein tiefes Eintauchen in die Welt und die Zeit von damals bis heute ermöglicht. Unterstrichen wird dies mit zahlreichen Marmor-, Gold- und Silberschätzen aus verschiedenen rumänischen Museen, wie z.B. dem Nationalmuseum für Rumänische Geschichte in Bukarest.

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Foto: Gallo-Römisches Museum/Tongeren

Besondere Prunkstücke, die bei „Dacia Felix“ zu sehen sind, sind zweifellos ein keltischer Kriegshelm (Foto oben) aus der späten Eisenzeit (250-75 vor Christus), ein hornförmiger Becher der Geten, ein sogenannter „Rhyton“, der aus der Zeit 400-300 vor Christus stammt und ein römisches Relief aus Marmor (240-100 vor Christus), dass in Ulpia Trainana Sarmizegetusa, der damaligen Hauptstadt der römischen Provinz Dacia stammt. Daneben gibt es viele Schmuckstücke aus Gold und Silber zu entdecken, Siegelringe, Armreifen und vieles mehr. „Dacia Felix“ wartet aber auch mit Waffen und historischen Rüstungsteilen auf, die an Pracht ebenfalls nichts vermissen lassen. Diese Artefakte zeigen, dass in der damaligen Zeit vieles schon so war, wie heute: Krieg, Uneinigkeit, Völkerwanderungen, Eroberungen, Annektierungen…

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Foto: Andreas Kockartz
Foto: Andreas Kockartz

„Dacia Felix“ taucht tief in die Geschichte der Rumänen ein, doch diese Ausstellung wird nicht langweilig und zeigt bei weitem nicht nur aneinandergereihte Stücke mit viel Text zum Lesen. Sie ist interaktiv und spielerisch aufgebaut und für Kinder im Schulalter gut aufzuarbeiten. Über digitalen Bildschirmen können Spiele gespielt und Puzzelaufgaben gelöst werden und das Gallo-Römische Museum in Tongeren bietet entsprechende Führungen auch für Schulklassen an. „Dacia Felix“ läuft noch bis zum 26. April 2020 und umfasst den Zeitraum 650 vor bis 271 nach Christus zusammen (Info: www.galloromeinsmuseum.be).

Ergänzt werden die Ausstellungsstücke und die interaktiven Stationen in Tongeren von Videos und mit beeindruckenden Fotos und Fotomontagen von Landschaften im heutigen Rumänien. „Felix Dacia“ erzählt nicht zuletzt von ewigen Thema Völkerwanderungen. Diese sind Teil der gesamten europäischen Geschichte, was in der heutigen Europäischen Union gerne auch einmal vergessen wird… 

Digitales Puzzelspiel in mehreren Sprachen, Foto: Andreas Kockartz
Foto: Andreas Kockartz