83. Antwerpener Buchmesse eröffnet - Mehr Geld für Flanderns Literatur

Am Montagabend ist die 83. Buchmesse von Antwerpen eröffnet worden. Die flämische Landesregierung will den flämischen Literaturbetrieb ab 2020 mit 300.000 € zusätzlich fördern, wie Flanderns neuer Landeschef Jan Jambon (N-VA) in seiner Eröffnungsansprache angekündigte. Diese Finanzspritze soll dabei helfen, das belgische Bundesland Flandern auch über die Literatur international sichtbarer zu gestalten. 

Diese zusätzliche Förderung des Literaturbetriebs könnte Teil des  Vorhabens der neuen flämischen Landesregierung sein, die flämische Identität zu stärken. Ministerpräsident Jambon von den flämischen Nationaldemokraten, der nebenbei auch das Amt des Kulturministers bekleidet, machte aus dieser Haltung im Rahmen der Messeeröffnung keinen Hehl. Er lege die Latte hoch, so Jambon, denn die zusätzlichen 300.000 € für den Flämischen Literaturfonds sollen dabei helfen, „Flandern in der Welt als innovative Spitzenregion in Sachen Kultur zu profilieren.“  

Vé Bobelyn, die Leiterin der Antwerpener Buchmesse, die dieses Amt nach dem überraschenden Tod des bisherigen Leiters Alexis Dragonetti vom Literaturverband Boek.be übernommen hatte, sieht das Vorhaben der Landesregierung nicht wirklich eng und glaubt nicht, dass sich die Literatur in den Dienst der Politik stellen lassen werde oder müsse. Bobelyn freut sich mehr über diese Finanzspritze an sich. „Ich bin total begeistert. Begeistert von der Tatsache, dass zusätzliche Mittel kommen werden“, sagte sie am Dienstagmorgen gegenüber VRT NWS.

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Literaturpreise, Lesungen, Gespräche und Signiersessions

Zur diesjährigen Antwerpener haben sich rund 560 Autoren aus dem In- und Ausland angemeldet. Diese werden Lesungen abhalten und nebenbei sind an den 75 Ständen der einzelnen Verlage rund 1.000 Signierstunden angesagt. Im Rahmen dieser Buchmesse werden auch Preise vergeben, wie z.B. der Hercule Poirot-Preis für den besten Kriminalroman und einige Auszeichnungen für Kinder- und Jugendbücher. Die Buchmesse dauert von 29. Oktober bis zum 3. November und wird nach einer kurzen Pause, in der sie zu einer Fachmesse wird, noch einmal vom 6. Bis zum 11. November für das Publikum geöffnet sein. Mehr Info: https://www.boekenbeurs.be/

Literarische Gäste sind aus Flandern u.a. Bart Moeyaert, Griet Op de Beeck, Ish Ait Hamou, Mohamed El Bachiri, Fleur Pierets und Charlotte Van den Broeck. Traditionell kommen auch viele niederländische Autoren nach Antwerpen, die dieses Jahr u.a. Toon Tellegen, Ilja Leonard Pfeijffer, Peter Buwalda, Oek de Jong und Kader Abdolah. Aus Großbritannien reisen Nicci Gerard und Santa Montefiore und aus Deutschland kommend wird die deutsch-georgische Autorin Nino Haratischwili aus ihrem neuen Buch „Die Katze und der General“ lesen, ein Buch, dass die Kriege in Tschetschenien zum Thema hat.