Geldautomaten gesprengt - Bankenverband rät dazu, auf Bargeld zu verzichten

In der Nacht zum Dienstag ist in unserem Land wieder ein Geldautomat gesprengt worden. Dabei handelte es sich um den Geldautomaten einer Argenta-Filiale in Sint-Niklaas in Ostflandern. In den vergangenen Tagen wurden die Anwohner von mehreren flämischen Gemeinden in der Nähe der Grenze zu den Niederlanden von solchen Raubversuchen aufgeschreckt. Jetzt meldet sich der belgische Bankenverband Febelfin zu Wort und rät dazu, auf Bargeld zu verzichten.

Nach Angaben von Argenta und der Polizei haben die Täter keine Beute gemacht, denn die Geldkassetten befanden sich noch in dem gesprengten Automaten. Der Sachschaden, der durch diese Explosion entstand, ist groß (Foto oben). Dieser Fall ist bereits der 22. Fall diese Art in diesem Jahr und 2018 waren schon insgesamt 18 Geldautomaten gesprengt worden.

Die Argenta-Bank will jetzt aus Sicherheitsgründen alle Bankautomaten leeren und das Geld herausholen, wie eine Sprecherin am Mittwochnachmittag sagte. Das bedeutet, dass die Kunden dieser Bank dort weder Geld abheben können, noch Zahlungsvorgänge oder andere Verrichtungen durchführen können. Von den 22 dieses Jahr gesprengten Bankautomaten gehörten sieben zu einer Argenta-Filiale.

Der belgische Bankenverband Febelfin fordert, dass die Behörden stärker gegen diese Art von Kriminalität vorgehen müssen und dass sie in dieser Hinsicht auch mit den benachbarten Niederlanden zusammenarbeiten müssen. Ermittler gehen davon aus, dass diese Art der Raubüberfälle aus den Niederlanden herüberschwappt, denn auffallend viele gesprengte Geldautomaten befinden sich an Banken in Grenznähe.

Karel Van Eetvelt, CEO des belgischen Bankenverbandes Febelfin, stellt fest, dass dabei immer mehr rohe Gewalt angewendet wird und dass dabei auf das Leben und die Gesundheit von Anwohnern keine Rücksicht genommen werde: „Das sind manchmal regelrechte Bombenangriffe.“ Es müsse damit gerechnet werden, dass immer mehr umliegende Wohnungen und Gebäude in Mitleidenschaft gezogen würden, so Van Eetvelt.

Der Febelfin-CEO fordert auch die Bürger im Land zum Handeln auf. Sie sollten aus Sicherheitsgründen möglichst auf Bargeld verzichten, vor allem dann, wenn es an Bankautomaten abgehoben wird und nur noch mit Bank- oder Kreditkarte bezahlen. Dieser Rat kann aber auch mit dem Trend der Banken zu tun haben, ihre Kunden immer deutlicher zum Online-Banking zu drängen.