VRT

Mehrere Fälle: Wieder Transitmigranten in Lastwagen entdeckt 

Die Polizei hat in der Nacht zum Mittwoch 12 illegale Einwanderer aus einem Kühllastwagen geholt, die auf diesem Wege nach Großbritannien gelangen wollten. Offenbar hat das Drama von Essex, wo letzte Woche 39 Flüchtlinge tot in einem ähnlichen LKW entdeckt wurden, kaum Auswirkungen auf das Migrationsproblem in Richtung britische Inseln, denn im Laufe des Tages wurden noch drei weitere Fälle dieser Art gemeldet.

12 Flüchtlinge, 11 Syrer und 1 Sudanese, wurden von der Polizei an einem Rastplatz an der Autobahn E34 bei Oud-Turnhout in der Provinz Antwerpen aus einem Kühlwagen geholt. Der Fahrer des Kühllaster selbst hatte die Polizei alarmiert, denn er hatte wohl bemerkt, dass sich Menschen zwischen der Ladung Ost und Gemüse in seinem Laderaum befanden. Das war seit Essex bereits der dritte ähnliche Fall alleine in Belgien.

Im Laufe des Mittwochs wurden gleich drei weitere ähnlich gelagerte Fälle bekannt. Bei Diksmuide in der Küstenregion hatten sich sieben Migranten in einem Auflieger versteckt, der Konserven geladen hatte - fünf Männer und zwei Frauen, die angaben, aus Eritrea zu stammen und minderjährig zu sein. In Adinkerke, ebenfalls unweit der Küste, rief ein LKW-Fahrer die Polizei. Er hatte Stimmen im Laderaum seines Trucks gehört. Zwei weitere Transmigranten wurden den Einwanderungsbehörden übergeben.

In Ghlin bei Mons in der wallonischen Provinz Hennegau stellte die Polizei nach einer Verfolgung einen Lieferwagen an der Autobahn E42. Dort entkamen zunächst einige mutmaßliche Transmigranten, die aber später festgenommen werden konnten. Die Polizei konnte auch den Fahrer des Lieferwagens festnehmen. Dieser gab an, aus dem Iran zu kommen und ebenfalls Flüchtling zu sein. Überdies sagte der junge Mann, er sei noch minderjährig.

Ein Problem für den Transportsektor

Inzwischen entwickelt sich dieses Flüchtlings- und Migrationsproblem zu einem neuen Problem. Febetra, der Dachverband der belgischen Transportunternehmer, gibt zu verstehen, dass es immer schwieriger wird, neue Trucker zu finden. LKW-Fahrer, die die England-Routen fahren sollen, seien erst recht kaum noch zu finden.

Das hat auch damit zu tun, dass ausländische Lastwagenfahrer, in deren Fahrzeugen illegale Einwanderer auf britischem Boden entdeckt werden, mit hohen Bußgeldern belegt werden. Febetra fordert nicht erst seit dem Drama von Essex - der LKW, in dem die Leichen von 39 asiatischen Flüchtlingen entdeckt wurde, kam über den belgischen Seehafen Zeebrügge nach England, dass der belgische Staat Maßnahmen ergreift, um den Sektor in dieser Hinsicht zu schützen.

So werden wieder Zäune um Autobahnrastplätze oder Parkings gefordert und zusätzliche Kameraüberwachung und dies nicht nur an der E40 in Richtung Küste. Schon im Zentrum des Landes wird beobachtet, dass sogenannte Transitmigranten in die Laderäume von Lastwagen klettern, um auf die britischen Inseln zu gelangen.