Ab 1. November: Keine Tabaksprodukte mehr für Jugendliche unter 18 Jahren in Belgien

Zum Monatswechsel am 1. November tritt in Belgien ein Gesetz in Kraft, das den Verkauf von Zigaretten und anderen Tabaksprodukten an Jugendliche unter 18 Jahren untersagt. Damit entspricht Belgien einer Vorgehensweise, die bereits in den anderen Mitgliedsländern der Europäischen Union gang und gäbe ist. Der Gesetzesvorschlag wurde von den Abgeordneten in der Ersten Kammer des belgischen Bundesparlaments im April dieses Jahres angenommen.

Belgien ist das letzte Land in der EU, in dem das Tabaksverkaufsverbot für Jugendliche unter 18 Jahren gesetzlich verankert wird. In den skandinavischen Ländern wurde solch ein Gesetz bereits in den 1990er Jahren durchgesetzt und in den meisten anderen EU-Mitgliedsstaaten wurde es noch vor 2014 verabschiedet. Belgien hinkte aber bisher gemeinsam mit Luxemburg, Malta und Österreich deutlich hinterher. Jetzt ist Belgien das letzte Land, dass diese Regel einführt.

Die belgische Krebsstiftung zeigte sich hoch erfreut darüber, dass dieses Gesetz endlich auch in unserem Land greift. Allerdings gilt dieses Gesetz nur für den Verkauf von Tabaksprodukten an unter 18-Jährige. Der Konsum von Tabakswaren durch Minderjährige bleibt in Belgien weiter erlaubt. Und doch ist die Krebsstiftung zufrieden.

Für uns ist diese Maßnahme wichtig, weil sie eine Norm setzt, nämlich die, dass Rauchen nicht länger normal ist.“

Suzanne Gabriëls, belgische Krebsstiftung

Suzanne Gabriëls, Expertin für Tabaksprävention bei dieser Stiftung, weiß zwar, dass dieses Gesetz leicht umgangen werden kann und dass das Gesundheitsministerium nicht jeden Laden, der solche Produkte verkauft, kontrollieren kann, doch das Gesetz habe einen hohen Symbolwert: „Für uns ist diese Maßnahme wichtig, weil sie eine Norm setzt, nämlich die, dass Rauchen nicht länger normal ist.“

Beim Antwerpener Fonds für Sozialversicherungen Xerius wird mit einer originellen Idee von Rauchen abgeraten. Dort hat das Personal die Wahl zwischen zwei Dienstplänen: Raucher, die die Option „Rauchpause“ wählen, haben zur Kompensierung 10 Urlaubstage weniger pro Jahr zu ihrer Verfügung. Raucher, die ohne eine solche Pause auskommen, haben demnach länger Urlaub. Die Sache ist freiwillig und die Personalabteilung bei Xerius gibt an, dass sich so gut wie alle Betroffenen für mehr Urlaub entscheiden.