Statistik: Jeder achte Flame hat nicht-europäische Wurzeln

Das belgische Bundesland Flandern ist in den vergangenen 30 Jahren durchaus etwas bunter geworden. Noch im Jahr 1990 zählte Flandern 2,5 % Einwohner mit einem nicht-europäischen Migrationshintergrund. Bis 2019 stieg diese Zahl auf 12,7 %, wie die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd auf Basis der flämischen Datenbank „Provinzen in Zahlen“ meldet.

Als Einwohner mit einem nicht-europäischen Hintergrund versteht die Redaktion von De Tijd Menschen aus Ländern und Kontinenten außerhalb Europas (Asien, Afrika, Amerika…). Doch auch Bürger, von denen nur ein Elternteil aus einem nicht-europäischen Land stammt, fallen darunter. Der steigende Trend zu einer internationaleren Bevölkerungszusammenstellung ist in ganz Flandern zu spüren und umso mehr in den Städten.

In einer Großstadt wie Antwerpen stieg der Anteil an Einwohnern mit einem nicht-europäischen Migrationshintergrund von 8,3 % im Jahr 1990 auf 36,5 % heute. In den sogenannten Zentrumstädten, das sind mittlere Groß- und Kreisstädte, stieg der Anteil von 4,2 % auf 20,2 %.

Und doch beschränkt sich dieses Phänomen nicht nur auf die städtischen Gebiete, sondern ist auch auf dem Land mehr und mehr sichtbar. Aus den Zahlen der Datenbank „Provinzen in Zahlen“ ist auch ersichtlich, dass die Zahl der nicht-europäischen Einwohner dort von weniger als einem Prozent vor 30 Jahren auf heute rund 5 % angestiegen ist.

Das Problem ist aber, dass es in einigen ländlichen flämischen Regionen zu einem sprunghaften und zahlenmäßig großen Anstieg von nicht-europäischen Einwohnern gekommen ist, worauf die Menschen dort nicht vorbereitet waren und sind. Dies erklärt auch die deutlichen Erfolge der rechtsradikalen Partei Vlaams Belang bei Wahlen in solchen eher ländlichen Regionen, die sich zumeist in der Nähe von Ballungszentren befinden.