Hilde De Windt

Belgiens Datenschutzbehörde nimmt das Datenprojekt von Kortrijk unter die Lupe

Die belgische Datenschutzbehörde in Brüssel will das Projekt der Stadt Kortrijk in Westflandern, bei dem Daten aus den Mobiltelefonen von auswärtigen Besuchern über den Telekomanbieter Proximus zu Citymarketing-Zwecken genutzt werden, genauer unter die Lupe nehmen. Die Behörde reagierte damit auf Anfragen besorgter Bürger.

Kortrijk zahlt dem belgischen Telekomanbieter jährlich 40.000 € für gebündelte und anonyme Daten zu Besuchern, die von außerhalb der Stadt kommen - Ausländer und Belgier aus anderen Ortschaften und Regionen (siehe nebenstehenden Beitrag). Ziel dieser anschließenden Datenanalyse ist, die Stadt und ihr Citymarketing sowohl wirtschaftlich als auch touristisch besser aufzustellen.

Kortrijk will diese Daten, die etwa jedes Quartal kommen sollen, auch mit dem Nutzungsverhalten von Gästen vergleichen, die in der Stadt mit Bank- oder Kreditkarten zahlen. Laut Kortrijk hegt das belgische Bundesamt zum Schutz des Privatlebens, die sogenannte „Privacy-Kommission“, keine Bedenken.

Doch besorgte Bürger sehen dies anders und stellten der Datenschutzbehörde Fragen dazu. Inzwischen berichtete auch die britische Internetseite „The Register“ über diesen Vorgang und stellte fest, dass das gesamte Projekt nicht mit der Datenschutzbehörde in Brüssel abgestimmt sei. Allerdings habe dieses Amt einem ähnlichen Projekt vor drei Jahren wohl grünes Licht mit einem positiven Gutachten erteilt.

Die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ widmet gleich einige Seiten ihrer wöchentlich gratis erscheinenden Printausgabe dem Umgang mit digital eingefangenen Handydaten in der belgischen Hauptstadt. Auch dort gibt Proximus gebündelte Daten weiter und dies auch an private Nutzer, wie z.B. Einkaufszentren, um das Kaufverhalten von Verbrauchern zu analysieren.