Ypern ehrt einen Sikh, der ein Stück Geschichte des Ersten Weltkriegs bewahrt

Die Stadt Ypern und das In Flanders Fields Museum haben in dieser Woche einen Sikh geehrt, der ein fast vergessenes Stück Geschichte des Ersten Weltkriegs bewahrt. Bhupinder Singh (Foto rechts) lebt in den Niederlanden und gehört zu einer aus Indien stammenden Religionsgemeinschaft. Während des „Großen Krieges“ haben viele Sikhs an der Seite der Briten im Rahmen des Commonwealth auch auf den westflämischen Schlachtfeldern gekämpft. Diese Tatsache lässt Bhupinder Singh nicht in Vergessenheit geraten.

Der Erste Weltkrieg ist gerade einmal 100 Jahre her, doch an die Silks, die für die britische Krone gekämpft haben, wird erst seit rund 20 Jahren erinnert. Seit 20 Jahren kommen auch Sikhs am Waffenstillstandstag nach Ypern, um ihre Vorfahren zu ehren, die auf den flämischen Schlachtfeldern gekämpft haben und die dort ihr Leben verloren.

Der Mann, der die Sikhs nach Ypern geholt hat und noch immer holt, wenn an den Waffenstillstand erinnert wird, ist Bhupinder Singh. Bhupinder, der in den Niederlanden lebt, wurde jetzt im Rathaus und im In Flanders Fields Museum von Ypern empfangen und für seinen Einsatz geehrt. Durch seinen Einsatz kommen jährlich immer mehr Sikhs am 11. November in die westflämische Stadt, die im Ersten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde.

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Bhupinder Singh begrüßt Glaubensbrüder, die inzwischen aus ganz Westeuropa hierherkommen und mittlerweile finden auch Sikhs aus Indien und aus den USA den Weg hierher. Vor 20 Jahren wurde in Hollebeke in Westflandern das erste Denkmal errichtet, dass an die gefallenen Sikhs erinnert, doch Namen stehen nicht darauf.

Das hat seinen Grund, wie Dominiek Dendooven vom In Flanders Fields Museum erklärt: „Es ist schwierig herauszufinden, wie viele Sikhs genau während des Ersten Weltkriegs gefallen sind. Es handelt sich dabei sicher im mehrere Tausend. Eines der Probleme ist, dass alle Sihks mit Familiennamen ‚Singh‘ heißen und dass die Statistiken schlecht im Auge gehalten wurden.“  

Die Sikh-Religion ist eine im 15. Jahrhundert nach Christus entstandene monotheistische Religion, die auf den Gründer Guru Nanak Dev zurückgeht. Die im Punjab in Indien gegründete Religionsgemeinschaft wird weltweit als Sikhismus bezeichnet und hat heute rund 25 bis 27 Millionen Anhänger, wovon die Mehrheit in Indien lebt. Sikhs erkennt man an den Turbanen, die die Männer dieser Gemeinschaft stets tragen.