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Fallschirmmord: Clottemans fordert begrenzte Haftdauer und will Ausbildung machen

Els Clottemans, die 2006 wegen des sogenannten Fallschirmmordes verurteilt wurde, ist vor dem Strafvollstreckungsgericht erschienen. Sie fordert eine Form der begrenzten Haft, bei der sie das Gefängnis tagsüber verlassen darf, um einer Ausbildung folgen zu können. Eine Entscheidung wird in den kommenden Wochen erwartet.

Els Clottemans sitzt seit 10 Jahren in einem Gefängnis in Gent. Am 21. Oktober 2010 wurde Clottemans vom Limburger Gericht wegen der Ermordung von Els Van Doren zu 30 Jahren Haft verurteilt. Sie hat immer geleugnet, dass sie 2006 den Fallschirm ihrer Liebesrivalin sabotiert habe, die bei einem Sprung abgestürzt war. Van Doren starb bei diesem Sprung.

An diesem Dienstag ist Els Clottemans vor dem Strafvollstreckungsgericht erschienen. Sie fordert eine Art begrenzte Haftstrafe, bei der sie tagsüber das Gefängnis verlassen darf, um eine Ausbildung zu absolvieren.

Nun, da Clottemans ein Drittel ihrer Strafe verbüßt hat, hat sie Anspruch auf vorzeitige Entlassung. Clottemans Anwältin, Katrien Van der Straeten, bestätigte die Forderung ihrer Mandantin: "Das bedeutet, dass sie das Gefängnis tagsüber verlassen würde, und dass sie abends ins Gefängnis zurückkehren würde, um dort zu übernachten. Die Idee ist, dass sie einer Ausbildung und einem festen Tagesrhythmus folgt, aber ich kann dazu noch keine weiteren Details nennen."

Wenn das Gericht eine begrenzte Inhaftierung von Clottemans zulässt, kann sie das Gefängnis für maximal 16 Stunden verlassen und muss von einem Gerichtsassistenten kontrolliert werden. Es sei nicht notwendig, dass Clottemans gestehe, erklärt Van der Straeten. "Es wurde viel darüber gesagt und geschrieben. Wird sie gestehen oder nicht? Ich denke nicht, dass wir den Prozess noch einmal aufrollen sollten. Das ist nicht die Absicht des Strafvollzugsgerichts."

Jef Vermassen, der Anwalt der Verwandten des Opfers, rechnet auch nicht mit Geständnissen. "Sie hat immer noch ein paar Verwandte und Freunde hinter sich. Wenn sie jetzt gesteht, verliert sie diese auch noch", so Vermassen. "Es ist klug, eine begrenzte Haftstrafe zu beantragen. Wenn sie jetzt um ihre Freiheit bitten würde, wäre die Antwort wahrscheinlich nein, denn sie hat keinen Respekt vor dem Opfer und sogar Angehörige beschuldigt.“

Das Urteil des Strafvollzugsgerichts fällt am 18. November.