Belgiens EU-Beitrag könnte bis 2027 um eine halbe Milliarde Euro steigen

Der belgische Beitrag zum Haushalt der Europäischen Union kann in den kommenden Jahren um rund eine halbe Milliarde Euro steigen, wie die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd meldet. Diese Annahme stammt aus detaillierten Berechnungen, die die EU-Kommission am Dienstag freigab, so De Tijd. Auch der Brexit trägt seinen Teil zu den steigenden Beiträgen bei. 

Das könnte bedeuten, dass der belgische Beitrag zum EU-Haushalt, der derzeit bei vertraglich festgelegten 4 Mia. € für 2020 liegt, bis 2027 auf 4,52 Mia. € steigen kann. Der belgische Beitrag macht demnach 0,91 % des Brutto-Inlandsprodukts (BIP) aus, was in etwa dem europäischen Durchschnitt von 0,90% entspricht.

Den größten Anteil an diesem Anstieg haben Wachstum und Inflation, doch es wird auch mehr Geld aus den EU-Mitgliedsländern benötigt, um das Loch zu füllen, das der Brexit in den EU-Haushalt reißt, abzudichten, so De Tijd. Innerhalb der Europäischen Union steigen auch in den kommenden Jahren die Investitionen in Innovation, Verteidigung und Migration.

Diese Zahlen wurden veröffentlicht, nach dem die Regierungen Deutschlands und der Niederlande in der vergangenen Woche dramatische aber nicht zutreffende Zahlen bezüglich ihrer Beiträge zum EU-Haushalt an die Öffentlichkeit kommen ließen, wohl um damit das europäische Budget unter Druck zu setzen.

Laut De Tijd ist der Kampf um europäisches Geld auch und gerade im Zuge des noch immer drohenden aber noch nicht vollzogenen Austritts Großbritanniens aus der EU definitiv ausgebrochen. Vor allem die EU-Mitgliedsländer aus Ost- und Südeuropa bilden gerade eine Front für das Beibehalten ihrer Wirtschafts- und Agrarzuschüsse aus der Brüsseler Kasse…