Neue Konkurrenz: Supermarktkette Jumbo eröffnet erste Filiale in Flandern

In Pelt in der Provinz Limburg, ist das erste Warenhaus der niederländischen Supermarktkette Jumbo eröffnet worden. Die Niederländer wollen in Flandern nicht nur in den Wettbewerb mit dem ebenfalls hier aktiven Konkurrenten Albert Heijn aus dem eigenen Land treten, sondern auch mit den belgischen Ketten. 100 Jumbo-Filialen sollen in den kommenden fünf Jahren im belgischen Bundesland Flandern eröffnet werden, so CEO Frits van Eerd bei der Eröffnung in Pelt. Doch die hiesigen Landwirtschaftsverbände sind besorgt. Sie befürchten einen Preiskrieg, der sie unter Druck setzen könnte.

Jumbo betreibt derzeit 662 Warenhäuser in den Niederlanden. Noch in diesem Jahr kommen drei Filialen im belgischen Bundesland Flandern hinzu: Der gerade in Pelt eröffnete Markt, ein weiterer in zwei Wochen in Rijkevorsel in der Provinz Antwerpen und im kommenden Monat ein dritter in Lanaken, ebenfalls in Limburg. In den kommenden fünf Jahren sollen flandernweit jährlich 12 bis 15 weitere Märkte hinzukommen, so Jumbo-CEO Frits van Eerd. Jumbo beschäftigt derzeit etwa 80.000 Mitarbeiter uns besteht seit 98 Jahren.

Jumbo ist kein Discounter und setzt nicht auf Billigpreise. Das bedeutet, dass die Kette nicht nur in Konkurrenz zu den in Flandern niedergelassenen Filialen der niederländischen Kette Albert Heijn treten wird, sondern zu auch den belgischen Märkten Colruyt (Discounter), Carrefour und Delhaize. Dies kann den belgischen Wettbewerbern Schmerzen zufügen, denn hier sinken die Umsätze seit einigen Jahren, was bereits zu Umstrukturierungen, gestrichenen Arbeitsplätzen und geschlossenen Standorten führte.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Angriffslustig: Jumbo-CEO Frits van Eerd

Jorg Snoek vom Fachblatt RetailDetail sagte dazu gegenüber der Redaktion der Wirtschaftszeitung De Tijd, dass bei 100 Neueröffnungen durch Jumbo in Flandern andere Mitspieler ins Straucheln geraten werden: „Colruyt wird zusätzliche Konkurrenz bekommen, doch vor allem Carrefour und Delhaize werden Probleme bekommen. Es ist deutlich, dass Jumbo auf deren Kundschaft zielt.“

Jumbo will in Flandern (und später auch vielleicht in ganz Belgien) Fuß fassen und bietet hier ein Sortiment von rund 20.000 Produkten an. Damit zielen die Niederländer auf Kunden von Carrefour und Delhaize ab. Jumbo wartet z.B. mit Theken auf, an denen man sich belegte Sandwiches und frische Salate zubereiten lassen kann. Dazu arbeitet die Warenhauskette mit der niederländischen Restaurantkette La Place zusammen. Hinzu kommt noch ein riesiges Angebot an verschiedenen Brotsorten, Käse- und Fleischtheken mit Frischware und Personal und ein umfassendes Angebot bei Obst und Gemüse. 

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

all rights reserved

Inzwischen melden die hiesigen Landwirtschaftsverbände Bedenken an, denn sie befürchten, dass Jumbo mit seinem Angriff auf die in Flandern aktiven Supermarkt- und Warenhausketten einen Preiskrieg auslösen könnte, der zu Lasten der Bauern gehen könnte. Hendrik Vandamme, der Vorsitzende des Allgemeinen Bauern-Syndikats (ABS) ist beunruhigt: „Hoffentlich folgt jetzt kein Preiskrieg um frische Produkte. Produkte bewerben ist ok, doch unverantwortliche Niedrigpreise, die die eigenen Lieferanten unter Druck setzen und letztendlich unsere Produkte selbst, sind nicht ok.“