Lufthansa verfolgt Gewinnziele - Brussels Airlines muss sparen

Die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines muss ab 2022 rund 160 Mio. € einsparen. Das entspricht etwa 10 % der aktuell laufenden Kosten. Ob dieses Vorhaben Arbeitsplätze kosten wird und ob Flugverbindungen zur Disposition stehen, ist noch nicht bekannt. Das Vorhaben, „reboot“ genannt, gehört zu den Erwartungen der deutschen Muttergesellschaft Lufthansa, die davon ausgeht, dass Brussels Airlines in den kommenden 3 Jahren 8 % Gewinn verbucht.V

8 % Gewinn ist ein ambitioniertes Vorhaben und damit setzt die Lufthansa Brussels Airlines gehörig unter Druck. Die durchschnittliche Gewinnmarge liegt bei mehr oder weniger 0 % und dass ist für ein kommerzielles Unternehmen, wie einer Fluggesellschaft, natürlich nicht das betriebliche Ziel. Offenbar wirft nur einer von durchschnittlich 154 Flugzeugsitzen letztendlich etwas Gewinn ab.

Eine Gewinnmarge von jährlich 8 % ist offenbar eine symbolische Untergrenze im internationalen kommerziellen Flugwesen. Dies ermöglicht den Airlines, in Personal, in die Flotte und in Flugziele investieren zu können. Derzeit trägt die Lufthansa diese Investitionen bei Brussels Airlines, z.B. Investitionen in die Modernisierung der Flugzeugflotte im Bereich Fern- und Interkontinentalflüge. Noch immer gehört das Afrika-Angebot von Brussels Airlines zu den wichtigsten Grundpfeilern der belgischen Gesellschaft und das wird wohl auch so bleiben. 

Gehen Arbeitsplätze verloren?

Noch erlaubt Mutterkonzern Lufthansa den Belgiern, einen eigenen Weg einzuschlagen, doch wie lange noch? Und was sind die Folgen für das Personal? Dass Stellen gestrichen werden, liegt auf der Hand. VRT NWS konnte aus verschiedenen Quellen vernehmen, dass der „reboot“-Plan ohne Sozialabkommen auskommen soll. Brussels Airlines setzt dabei auf freiwillige und auf begleitete Abgänge. Insgesamt sind derzeit etwa 4.000 Beschäftigte direkt von der Fluggesellschaft abhängig. Indirekt aber hängen auch bis zu 40.000 Arbeitnehmer bei Zulieferfirmen aller Art von Brussels Airlines ab.

Die Direktion will jetzt mit den Gewerkschaften verhandeln, wie ein Stellenabbau durchgeführt werden kann. Schon jetzt aber drückt die christliche Gewerkschaft ACV Transcom auf die Bremse, denn von einen Plan zur Ermutigung von freiwilligen Abgängen erarbeitet hält man hier nichts. Im Vergleich zu gleichlautenden Meldungen Ende Oktober hat sich bisher noch nicht viel geändert außer vielleicht einige konkretere Zahlen. 

Inzwischen bei der Lufthansa

Die Lufthansa will keine weiteren Abstriche bei ihrem Gewinnziel machen. Der operative Gewinn soll in diesem Jahr wie geplant 2,0 bis 2,4 Mia. € erreichen, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag in Frankfurt mit. Vorstandschef Carsten Spohr hatte das vorherige Gewinnziel Ende Juni gekappt.

Nachdem die zuletzt gebeutelte Billigtochter Eurowings erste Fortschritte machte, kündigte das Management nun weitere Sparprogramme für die Töchter Austrian, Brussels Airlines und Lufthansa Cargo an, wie die deutsche Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag dazu meldete.