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Transformationsplan bei Proximus führt zu 250 Entlassungen

Monatelang hatte der belgische Telekomanbieter Proximus mit den Gewerkschaften über einen Sozialplan für jene Mitarbeiter verhandelt, die im Zuge des umfassenden Transformationsplans ihren Job verlieren. Jetzt wurde deutlich, dass Proximus 250 Angestellte entlässt und dass mehrere Filialen geschlossen werden. Hinzu kommen noch weitere rund 300 Stellen, die ebenfalls abgebaut werden.

Die Direktion bei Proximus stellte im Rahmen ihres Transformationsplans fest, dass das Unternehmen auf rund 550 Mitarbeiter verzichten kann. Für rund 300 der Betroffenen wurde ein Abfindungsplan ausgearbeitet, der darauf abzielt, dass die Mitarbeiter selbst das Unternehmen verlassen. Für 250 weitere Mitarbeiter kommt wohl möglicherweise das Aus, denn sie werden schlicht und einfach entlassen.

Proximus stellte fest, dass rund 550 Mitarbeiter bis zum Jahr 2020 ein Alter von 58 Jahren und mehr erreicht haben. Diese können bald zu Hause bleiben und behalten dabei zwischen 70 und 75 % ihres Gehalts. Es besteht aber auch die Möglichkeit, selbst zu gehen. In einer entsprechenden Abfindung würden auch 1.500 € für jedes Jahr eingerechnet, in dem der jeweilige Betroffene für Proximus gearbeitet hat. Von dieser Betriebszugehörigkeit hängt wohl die Motivation ab, Proximus auf eigenen Wunsch zu verlassen.

Der Transformationsplan von Proximus sieht aber auch eine weitgehende Reform der Unternehmensstruktur vor. Das bedeutet, dass mehrere Shops und Geschäftsstellen geschlossen werden. Nach Angaben der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd und der Tageszeitung De Morgen sind dies die Filialen von Beveren, Mortsel, Kapellen, Veurne, Louvain-la-Neuve, Spa und Nivelles. Zudem sollen jeweils eine Filiale in den Städten Gent und Charleroi geschlossen werden.

Eine Frage des Profils

Zum Jahresanfang kündigte Proximus seine breitgefächerten Zukunftspläne an, nach denen 1.900 Mitarbeiter mittelfristig das Unternehmen verlassen müssen, weil deren Profil den heutigen Ansprüchen nicht mehr entspricht und weil nach Ansicht der Verantwortlichen hier auch eine Umschulung nicht viel bringen würde. Andere Beschäftigte entsprechen den Anforderungen offenbar nur bedingt und werden sehr wohl umgeschult.

Proximus will aber auch rund 1.250 neue Mitarbeiter anwerben, die nötige Kompetenzen mitbringen. Offiziell will Proximus den Transformationsplan am 18. November vorstellen, doch die hier angeführten Details stammen aus Dokumenten, die De Tijd schon in dieser Woche zugespielt wurden.