Brüssel lockt in diesen Tagen mit einer ganzen Reihe spannender Ausstellungen

Die belgische Hauptstadt Brüssel lockt in diesen Tagen mit einigen hochkarätigen Ausstellungen mit Kunst fast aller Stile und aus den verschiedensten Epochen. Diese Ausstellungen sind sowohl in den bekannten Kulturzentren und -häusern, als auch in einigen namhaften Galerien. Wir haben eine kleine Übersicht dieser Ausstellungen zusammengestellt.

Pieter Bruegel: In Brüssel „spürbar“

„Beyond Bruegel“ ist der Titel einer riesigen Ausstellung im Palast der Dynastie am Kunstberg, die das Publikum in die Werke Bruegels regelrecht eintauchen lässt. Bis zum 31. Januar 2020 wird diese digitale Show gezeigt. Sie lässt in einer mit Musik unterlegten 360-Grad-Inszenierung die Welt von Pieter Bruegel dem Älteren aus unwirklichen Kreaturen, absurd anmutenden dörflichen Szenen und erschaudern lassenden Ruinenwelten so miterleben, dass man glauben mag, man sei ein Teil davon. Wenn sich im „Kampf zwischen Karneval und Fastenzeit“ die Protagonisten bewegen und sich in „Turmbau zu Babel“ die Spitze des Turms bis in den Himmel hinein streckt, dann glaubt man, dass man dabei ist. Eine Übersicht über alle laufenden Bruegel-Aktivitäten bietet die Webseite von Visit.Flanders und auch die von Visit.Brussels.

„Europalia Arts Festival“ - Rumänien: Constantin Brâncuși, Wegbereiter der Moderne

Im Mittelpunkt des Festivals „Europalia Arts Festival“ mit Gastland  Rumänien steht die große und umfassende Constantin-Brâncuși-Ausstellung mit Werken wie die „Schlummernde Muse“, „Der Kuss“ (eine Antwort auf das gleichnamige Werk seines einstigen Lehrmeisters Rodin) oder „Danaďde“. Brâncusi (1876-1957) gilt als Meister der Moderne und als Pionier des Modernismus und gilt bis heute als Wegbereiter für viele weitere Bildhauer. Sein Werk umfasst in erster Linie Plastiken Bronze, Marmor, Holz und Gips und zeigen oft abstrakte Köpfe und schwebende Vögel. Diese Ausstellung ist noch bis zum 31. Januar im Brüsseler Kulturtempel Bozar, Ravensteinstraat 27, 1000 Brüssel zu sehen - www.bozar.be  und https://europalia.eu

„Crossroads - Reisen durch das Mittelalter“

Nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reiches vielen weite Teile Europas in eine jahrhundertewährende Zeit der Dunkelheit und des Stillstands. Ein solches Bild mögen wir heute von der Zeit von etwa 400 bis 1.000 nach Christus haben. Das Museum für Kunst und Geschichte in Brüssel will dieses Bild auflockern und zeigt, dass sich auch in diesem als Mittelalter bekannten Zeitraum einiges getan hat. „Crossroads - Reisen durch das Mittelalter“ führt interaktiv zu den Franken, den Merowingern, nach Byzanz, nach Ägypten und auch zu den Wikingern. Noch bis zum 29. März 2020. Info: Museum für Kunst und Geschichte, Jubelpark 10, 1000 Brussel, https://www.artandhistory.museum

"Mauern", Ausstellung 30 Jahre nach dem Mauerfall

30 Jahre nach dem Mauerfall und dem Ende der DDR in Deutschland huldigen 31. Künstler in Brüssel denen, die seinerzeit für die Freiheit eingetreten sind. Die Huberty & Breyne Gallery in der belgischen Hauptstadt stellt diese Künstler gemeinsam mit der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Belgien jetzt aus. Die Künstler aus vielen Ländern der Welt präsentieren dabei ihre Gedanken und Ansichten zum Thema „Mauern“. Dabei kommen die verschiedensten Kunstformen zum Tragen, wie z.B. Malerei, Graffitis, Fotos, Comics oder auch Videokunst. Info: „Mauern“ vom 9. November bis zum 14. Dezember: Huberty & Breyne Gallery, Kasteleinsplein 33, 1050 Brüssel. www.hubertybreyne.com

Ideale Kombination: Fotografie und Architektur

Die Charles Riva Collection zeigt noch bis zum 1. November 2019 die Ausstellung „Candida Höfer-Hiroshi Sugimoto-Thomas Ruff: Selected Works“. Diese Ausstellung von drei international anerkannten Fotografen beschäftigt sich mit dem Thema Architektur. Die Herangehensweise ist dabei sehr unterschiedlich. Während sich Höfer als Schülerin des Ehepaars Becker von einer besonders sachlichen Seite zeigt, spielt Sugimoto mehr mit Licht und Unschärfe. Ruff hingegen widmet sich bei Mies van der Rohe-Objekten in erster Linie mit elektronischer Bildbearbeitung der Fläche in dessen Architektur. Info: Candida Höfer-Hiroshi Sugimoto-Thomas Ruff: Selected Works, noch bis zum 30. November 2019, Charles Riva Collection, Concordestraat 21, 1050 Brüssel (nähe Europaviertel), http://www.charlesrivacollection.com/

„Summer Ligt“, Henry Wessel-Ausstellung in Brüssel

Die angesehene Foto-Galerie “Foundation A Stiching“ in Brüssel zeigt unter dem Titel „Small moments of daily life“ eine Werkschau des amerikanischen Fotografen Henry Wessel (1942-2018). Der vor einem Jahr verstorbene Fotoreporter widmete sich fast ein halbes Jahrhundert den Menschen und ihrem normalen Leben im Westen der USA. Wessel hatte seine Leica-Kamera immer schussbereit dabei und reagierte blitzschnell, wenn ihm etwas im Alltag der Menschen spannend vorkam. Auch seine Nachtaufnahmen sind in dieser Hinsicht hervorragend. Man kann ihn gut und gerne mit seiner Art, mit Licht und Schatten umzugehen, in einem Atemzug mit Henri Cartier-Bresson oder Lee Friedlander nennen. „Small moments of daily life“, noch bis zum 15. Dezember 2019, Foundation A Stiching, Van Volxemlaan 304, 1190 Brüssel. Diese Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der Galerie Thomas Zander in Köln realisiert. www.foundationastiching.be

„Superheroes Never Die. Comics and Jewish Memories“ - Eine Ausstellung im Jüdischen Museum

Superman, Batman oder Spider-Man sind Kultfiguren der Popkultur und ihre Namen sind einem breiten Publikum auch außerhalb der Comic-Szene bekannt. Nur die wenigsten aber wissen, dass diese „Helden“ oftmals von jüdischen Autoren und Zeichnern erfunden wurden. Eine Ausstellung im Jüdischen Museum in Brüssel widmet sich diesen Helden, ihren Erfindern und drei Generationen jüdischer Comic-Kunst. Dabei werden Zeichnungen und Geschichten von Joe Shuster und Jerry Siegel (Superman), von Jacob Kurtzberg alias Jack Kirby (X-Men, Captain America), von Stan Lee (Blach Panther - gemeinsam mit Jack Kirby), von Art Spiegelman (Maus) oder auch Will Eisner (A Contract with God). Diese Ausstellung in Brüssel, die noch bis zum 26. April 2020 läuft, kam in Zusammenarbeit mit dem Musée d’art et d’histoire du Judaïsme in Paris und dem Joods Historisch Museum in Amsterdam zustande. Jüdisches Museum von Belgien, Minimenstraat 21, 1000 Brussel, www.mjb-jmb.org