Zwei der gefährlichsten Frauen Belgiens aus kurdischem Gefangenenlager entkommen

Das Problem belgischer IS-Anhänger, die aus Gefangenenlagern in Syrien geflohen sind, breitet sich aus. Jetzt scheint, dass zwei Antwerpener Frauen auf der Flucht sind, die für die Durchführung von Anschlägen ausgebildet wurden. Dies berichteten der Privatsender VTM und die Zeitung Het Laatste Nieuws am Freitagabend anhand von "mehreren Quellen", die behaupten, dass sich besagte Personen bereits in der Türkei befinden, dort aber noch nicht verhaftet worden seien.

 Als das Büro für Koordination und Bedrohungsanalyse (OCAD) dem Parlament im Oktober mitteilte, dass aufgrund der türkischen Invasion in Nordsyrien mindestens fünf Belgier, darunter zwei Männer und drei Frauen, aus kurdischen Gefängnissen geflohen seien, stellte sich heraus, dass Landsleute schon zuvor aus diesen Gefängnissen geflohen waren. Mindestens vier Frauen, so geht aus einer Notiz hervor, die das OCAD an die Parlamentarische Kommission für Außenbeziehungen übergab.

"Gut informierte Quellen" sollen der Zeitung Het Laatste Nieuws die Namen von zwei dieser Frauen  genannt haben. Kaoutar Bioui (32) aus Mechelen ist die Frau von Hicham Chaïb, dem ehemaligen Kopf der Shariah4Belgium. Er war in einem Video des Islamischen Staates (IS) zu sehen, wie er einen Gefangenen mit einem Kopfschuss hinrichtet. Die zweite Frau ist Rahma Benmezian (31). Sie ist die ältere Schwester von Fatima Benmezian, der Frau aus Borgerhout, die letzten Monat aus dem kurdischen Lager in Ain Issa geflohen und kürzlich in der Türkei verhaftet wurde.

Rahma Benmezian und Bioui seien vor Monaten aus dem Lager Al-Hol geflohen, so die Quellen. Es könnte sein, dass sie ihre Freiheit mit Geld erkauft haben, das von IS-Anhängern in ganz Europa gesammelt wurde. Auch in Belgien sind bereits zwei Verdächtige solcher Sammlungen festgenommen worden. Beide Frauen sind 2013 nach Syrien aufgebrochen und stehen auch Bouchra Abouallal und Tatiana Wielandt nahe, den beiden anderen belgischen Frauen, die letzten Monat aus Ain Issa geflohen waren. Letztere werden jetzt von einer pro-türkischen Miliz in Syrien festgehalten. Benmezian war mit einem Neffen von Abouallal verheiratet. Es sei Bioui gewesen, die Wielandt und Abouallal zurück nach Syrien lockte, nachdem diese 2014 hierher zurückgekehrt waren, um in Belgien ihre Kinder zu bekommen.

Insider behaupten, dass Bioui und Benmezian nichts von ihrem Extremismus verloren hätten. Den Quellen zufolge sei dies beunruhigend, wohl wissend, was ein inhaftierter Antwerpener IS-Kämpfer über sie sagte, als er verhört wurde.

 Niemand scheint mit Sicherheit zu wissen, wo sich die beiden Frauen inzwischen aufhalten. "Doch es gibt starke Anzeichen dafür, dass sie sich in der Türkei befinden und dort immer noch auf freiem Fuß sind", sagen die Quellen von Het Laatste Nieuws. Ob sie noch immer mit der Idee herumlaufen, einen Anschlag verüben zu wollen, sei schwer zu beurteilen.