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17% aller Autos in Flandern sind Dieselfahrzeuge, für die ab dem 1.1. in Antwerpen und Gent Fahrverbote gelten

17% aller Fahrzeuge in Flandern sind Dieselfahrzeuge, die in den Umweltzonen Antwerpen und Gent nicht mehr den strengeren Normen entsprechen. Das zeigen die Zahlen des Branchenverbandes Febiac. Die Normen in diesen Emissionszonen werden ab dem 1. Januar 2020 verschärft. Von diesem Zeitpunkt ab dürfen Dieselautos bis einschließlich der Abgasklasse Euro 4 nicht mehr in die Stadt fahren, es sei denn man wohnt in einer der beiden Zonen und greift tief in die Tasche.

Ab dem 1. Januar 2020 treten neue Zulassungsstandards für Autos in den Umweltzonen Antwerpen und Gent in Kraft. Ab diesem Datum müssen Dieselfahrer ein Auto mit einer Abgasklasse von mehr als Euro 4 haben. Fahrzeuge mit Benzin, Flüssiggas oder Erdgas müssen mindestens die Abgasklasse Euro 2 haben. Wenn ein Fahrzeug diese Norm nicht erfüllt, darf es nicht mehr in den Innenstädten beider Städte gefahren werden. Ab 2022 wird dies auch für das Zentrum von Brüssel der Fall sein.

Die verschärften Bedingungen haben für viele Flamen ernsthafte Folgen. Schließlich zeigen Zahlen des Automobilsektorenverbandes Febiac, dass 17% aller Autos in Flandern Dieselfahrzeuge sind, die nicht mehr den neuen Normen entsprechen.

Wollen sie zum Beispiel ihren Dieselwagen verkaufen, bekommen sie entweder viel weniger hierfür oder werden gleich abgewimmelt mit den Worten: ‘Ein Euro-4-Diesel? Kein Interesse!‘ Viele Leute wollen wegen der strengeren Bedingungen in der Gegend auf ein anderes Auto wechseln. Das Interesse an solchen Dieselfahrzeugen ist also stark gesunken. Und Flandern ist in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Der Trend zeigt sich in vielen europäischen Ländern. „Überall entwickelt sich die Flotte von Dieselfahrzeugen zu Benzinfahrzeugen“, heißt es beim Verband der Automobilindustrie Traxio.

Wenn Sie in den Stadtzentren von Gent oder Antwerpen wohnen und ein Auto haben, das nicht den Standards entspricht, sollten Sie also ein sauberes Auto kaufen. Obwohl es noch eine Möglichkeit gibt: bezahlen. Allerdings wird das teuer. Bei einigen Fahrzeugen steigt der Preis auf 440 Euro pro Jahr.

Für Einwohner der Umweltzone in Gent, die ein Auto besitzen, das nicht den Zulassungsbedingungen entspricht, ist eine Prämie vorgesehen. Die beträgt bis zu 1.500 Euro. Wer das Nummernschild seines Autos zurückgibt, erhält einen Zuschuss für den öffentlichen Verkehr oder für ein Elektrorad. Auch die Startgebühr für Carsharing wird dann zurückerstattet.

Armutsorganisationen schlagen Alarm

Armutsorganisationen schlagen inzwischen Alarm. "Die verschärften Standards der Umweltzonen sind ein Beispiel dafür, wie gut gemeinte Klimaregeln vor allem Menschen treffen, die nicht viel Geld haben", so David De Vaal, Sprecher des Netzwerks gegen Armut. "Es ist genau diese Gruppe, die oft ein älteres und damit umweltschädliches Auto fährt. Außerdem haben sie nicht die Mittel, ein sauberes Auto zu kaufen."