Feuer im neuen Asylzentrum in Bilzen durch Brandstiftung verursacht

Die Stadt Bilzen in der flämischen Provinz Limburg will das am Wochenende teilweise in Flammen aufgegangene Asylbewerberzentrum in Zukunft mit Kameras überwachen. Inzwischen melden sich auf der einen Seite Freiwillige, die das Zentrum für Flüchtlinge bezugsfertig machen wollen, doch auf der anderen Seite werden die Besitzer des Gebäudes (nicht nur) in den sozialen Medien mit rassistischen Sprüchen überhäuft.

Johan Sauwens (Trots op Bilzen - Stolz auf Bilzen) kündigte an, dass am in seiner Stadt geplanten Asylbewerberzentrum auf Drängen der lokalen Polizei Kameras aufgestellt werden, um das Gebäude gegen Übergriffe zu überwachen. 

Sauwens bestätigte auch, dass sich zahlreiche Freiwillige gemeldet hätten, um zu helfen, das Gebäude wieder herzurichten. All diese Personen habe er an das Rote Kreuz verwiesen, dass das Zentrum betreiben wird. Hier habe man viel Erfahrung mit solchen Ehrenamtlichen und deren Einsatz, so Sauwens. 

Krisenzentrum

Die belgische Einwanderungsbehörde Fedasiel will das Gebäude in Bilzen weiter nutzen, denn es herrscht in den letzten Wochen wieder ein Mangel an Aufnahmeplätzen. Die Behörde überprüft jetzt, ob an den anderen Standorten in Belgien, wo ebenfalls neue Zentren eröffnet werden sollen (in Gent in Ostflandern, in Zoutleeuw in Flämisch-Brabant sowie, Spa und Theux, beides Provinz Lüttich) ebenfalls zusätzliche Bewachung vonnöten ist. Fedasil arbeitet in dieser Frage sogar mit dem Nationalen Krisenzentrum zusammen. 

Hass und Rassismus

Inzwischen wird die Familie, die dem Roten Kreuz das betroffene Gebäude für die Aufnahme von Flüchtlingen und Asylbewerbern zur Verfügung stellt, mit rassistischen und hasserfüllten Sprüchen in den sozialen Netzwerken überhäuft. Sie wird auch auf offener Straße beschimpft und anonym am Telefon beleidigt, doch dort heißt es: „Jetzt erst recht!“

Man müsse es doch als normale menschliche Pflicht ansehen, Menschen in Not zu helfen, so Maike Wijnants und ihr Sohn Jan Noe, die sich nur mit positiven Meldungen befassen und sich nicht unterkriegen lassen wollen. Allerdings, so Jan Noe gegenüber VRT NWS habe er nicht gedacht, dass die Reaktionen so brutal und derart polarisierend sein können: „Ich verstehe sogar den Anlass, denn die Politik hätte dies besser ankündigen sollen, damit die Menschen hier wissen, worum es überhaupt geht.“