Schlichtung missglückt: Flandernweiter Streik bei De Lijn?

Die Schlichtung im Sozialkonflikt zwischen der Direktion und den Gewerkschaften bei der flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn in der Provinz Flämisch-Brabant hat zu keinem Ergebnis geführt. Die sozialistische Gewerkschaft will jetzt in ganz Flandern streiken, die anderen Arbeitnehmervertreter wissen noch nicht, ob sie dieser Idee folgen sollen. Der Sozialkonflikt bei De Lijn in Flämisch-Brabant dauert bereits rund eine Woche.

Die Direktion von De Lijn hatte im Zuge der Schlichtung den Gewerkschaften Vorschläge unterbreitet, wie sie gegen den Mangel an Busfahrern und gegen das Problem beim Nehmen von freien Tagen und Urlaub vorgehen will, doch die sozialistische Gewerkschaft gab von Anfang an zu verstehen, dass dies nicht reiche. Die ACOD weigerte sich denn auch, die für Mittwoch angekündigte Streikankündigung für ganz Flandern zurückzuziehen.

Die anderen Gewerkschaften wollen sich dazu erst mit ihrer Basis absprechen. Bei der liberalen ACLVB hieß es dazu lediglich, dass man am Mittwoch auf jeden Fall in Flämisch-Brabant weiterstreiken wolle. De Lijn-Geschäftsführer Roger Kesteloot zeigte kein Verständnis für die Haltung der sozialistischen Gewerkschaft: „Ich halte es für eine seltsame Art und Weise, während einer Schlichtung eine Streikankündigung aufrecht zu erhalten. Noch seltsamer ist, dass noch während der Schlichtungsgespräche Flyer verteilt werden, die zum Streik aufrufen.“‘

Bei De Lijn in Flämisch-Brabant läuft nach Ansicht der Gewerkschaften so ziemlich alles falsch, was falsch laufen kann: Personalmangel, unregelmäßige Dienstpläne bei den Busfahrern und den Kontrolleuren, Urlaub und freie Tage, die nicht genommen werden können und dürfen, eine schlecht funktionierende Personalverwaltung, schlechte Planung der technischen Dienste… Bei De Lijn in Flämisch-Brabant wird seit etwa einer Woche aus den oben genannten Gründen gestreikt (und dies nicht zum ersten Mal) – zunächst nur im Brüsseler Umland und später auch in der gesamten Provinz.