Belgiens Bischöfe kritisieren die "Banalisierung der Abtreibung"

Unlängst schlug die belgische Bundesregierung vor, dass Abtreibungen in Zukunft bis zur 18. Schwangerschaftswoche möglich sein können. Bisher sind hierzulande Abtreibungen nur bis zur 12. Woche der Schwangerschaft möglich. Die belgischen Bischöfe kritisieren diese Gesetzesanpassung und sind der Ansicht, dass „die Abtreibung banal zu werden droht.“

In diesen Tagen wird im parlamentarischen Justizausschuss eine Gesetzesanpassung besprochen, nach der die Abtreibungsregeln gelockert werden können. In der Abgeordnetenkammer des belgischen Bundesparlaments wurde eine Wechselmehrheit aus Parteien der scheidenden geschäftsführenden Regierungskoalition und Oppositionsparteien gefunden, die ermöglichen will, dass Abtreibungen in Zukunft bis zur 18. Schwangerschaftswoche möglich sein können. Bisher sind hierzulande Abtreibungen nur bis zur 12. Woche der Schwangerschaft möglich.

Die belgische Bischofskonferenz kann sich damit nicht einverstanden erklären und äußert jetzt arge Bedenken: „Es ist unbegreiflich, wie eine so wichtige und sensible Angelegenheit so schnell und ohne eine vorherige fundamentale Debatte besprochen wird“, heißt es in einer Erklärung der Bischöfe dazu. Übel stößt der Katholischen Kirche in Belgien auch auf, dass die sogenannte „Bedenkzeit“ für eine Frau, die sich mit dem Gedanken trägt, eine Abtreibung vornehmen zu lassen, von 6 Tagen auf 48 Stunden verkürzt werden könnte:

Die Bischöfe kritisieren, dass die Abtreibung in Belgien unter den veränderten Regeln zu einem „gewöhnlichen medizinischen Eingriff“ werde. Der Rechtsstaat garantiere den Schutz der Menschenwürde und der körperlichen Integrität aller Menschen, sagen die Bischöfe, doch „gilt das nicht für ein ungeborenes Menschenleben? Warum so tun, als wäre es noch kein Leben? Wo ist hier die Grenze?“

Wenn das Gesetz bei Abtreibungen nur noch davon ausgeht, dass das ein banaler medizinischer Eingriff ist, werde nicht mehr Rechnung damit getragen, was die Betroffenen erfahren und erleben, so die Mitteilung der belgischen Bischofskonferenz dazu. „Wenn die Medizin nach einer Abtreibung einfach zur Tagesordnung übergeht, bleibt die Frau mit den Konsequenzen einer Abtreibung alleine.“, so Geert de Kerpel, der Sprecher von Kardinal Jozef De Kesel gegenüber VRT NWS. „Wenn eine Abtreibung ein gewöhnlicher medizinischer Eingriff wird, haben Ärzte kaum noch Argumente, eine Abtreibung abzulehnen.“ Die Bischöfe rufen daher eindringlich zu einer breit geführten Debatte über den Schutz des ungeborenen Lebens auf.