Keine Ladestationen: De Lijn verzichtet auf Tests mit E-Bussen in Gent

Die flämische Nahverkehrsgesellschaft De Lijn verzichtet vorläufig auf den Einsatz von elektrisch betriebenen Bussen in Gent. Grund dafür ist die Tatsache, dass sie von der Stadtverwaltung keine Genehmigung für die Einrichtung von Ladestationen bekommt. Eigentlich sollten die ersten E-Busse in Gent noch zum Ende des laufenden Jahres getestet werden, doch daraus wird erst einmal nichts. Auch andernorts liegen Probleme vor. Ob De Lijn hier die Lage und die notwendigen Verfahren unterschätzt hat? 

Vor einiger Zeit kündigte die flämische Nahverkehrsgesellschaft De Lijn an, noch vor dem Jahreswechsel bis zu 20 E-Busse des Herstellers VLD aus Roeselare (Westflandern) in den Groß- und Zentrumstädten Gent, Löwen und Antwerpen mit Fahrgästen an Bord testen zu wollen, doch zumindest aus den Testfahrten in Gent wird vorläufig nichts. Obschon De Lijn diese Busse bereits angekauft hat, liegen Probleme mit den Bau- und Betriebsgenehmigungen für die Ladestationen in Gent vor. Die Batterien der E-Busse von VDL müssen mehrmals am Tag aufgeladen werden.

Auch in Löwen und in Antwerpen starten die Testfahrten erst etwas später. In Löwen kann De Lijn die Busse an Ladestationen auf dem Gelände der Universität (KU Leuven) aufladen und auch in Antwerpen konnte inzwischen ein Standort auf einem privaten Gelände gefunden werden und zwar an der Uniklinik UZA Edegem. Doch in Gent ist noch nichts passiert.

Offenbar hat De Lijn die Tatsache unterschätzt, dass zum Bau von Ladestationen im öffentlichen Raum Bau- und Betriebsgenehmigungen beantragt werden müssen. Dort heißt es, dass die Stadt Gent trotz ihrer Vorhaben in Richtung nachhaltige Mobilität in Sachen Genehmigungen keine Bewegung an den Tag gelegt habe. 

Hat De Lijn den E-Bus-Betrieb unterschätzt? 

Für den Bau von Ladestationen an der Ghelamco-Arena (das Stadion des belgischen Erstligavereins AA Gent) und am Freizeitpark „Blaarmeersen“ habe es bisher kein grünes Licht gegeben. Gents Mobilitätsschöffe Filip Watteeuw (Groen) schoss den Ball jetzt zurück: „De Lijn hat uns kein Signal gegeben, dass ein Problem mit diesen Ladestationen vorliegt. Wir bedauern es, dass uns De Lijn, trotz der Tatsache, dass wir Vorreiter in kommunalem öffentlcihen Nahverkehr sind, hier nicht als einen echten Partner ansieht.“ Er will jetzt so schnell wie möglich Gespräche mit De Lijn anberaumen, um das Problem kurzfristig zu lösen.

De Lijn hat hier offenbar die Lage unterschätzt, denn die Suche nach geeigneten Ladestationen für elektrische Busse ist kein leichtes Unterfangen. Mehrere andere Hersteller haben E-Busse im Angebot, die wesentlich länger im Einsatz sein können, als die bereits angeschafften VDL-Fahrzeuge. Diese können in der Nacht in den Depots aufgeladen werden.

Die regionale Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB z.B. fährt in einer ersten Phase mit Hybridbussen, die sich beim Dieselbetrieb und über Rückstrom bei Bremsvorgängen selbst aufladen, und mit 30 E-Bussen, die an ihren Stellplätzen auf- oder nachgeladen werden können. Im Laufe des Dienstags wurde bekannt, dass De Lijn in Antwerpen mit einigen E-Bussen auf der Linie 17 Testfahrten mit Fahrgästen durchführen wird und in Löwen zwischen den Ortsteilen Heverlee und Kessel-Lo.