Superman und Batman: Superhelden im Jüdischen Museum in Brüssel

„Superheroes never die“ heißt die aktuelle Ausstellung im Jüdischen Museum in Brüssel. Diese Ausstellung widmet sich der Geschichte dieser Comic-Helden und deren Zeichner, denn viele von ihnen waren Juden. Viele jüdische Künstler verließen Europa in den 1910er Jahren in Richtung USA (übrigens auch über Antwerpen) und ließen sich in New York nieder, wo schon zu dieser Zeit die ersten Comic mit Superhelden erschienen.

Die ersten jüdischen Comics, die in New York erschienen, befassen sich mit der schwierigen Integration der Auswanderer aus Europa in den USA und genauer in New York. In einem Sprachenmix zwischen Jiddisch und Englisch verfasst, flossen allerdings schon damals die ersten Gags und Witze in diese Geschichten, die die Ausstellung „Superheroes never die“ im Jüdischen Museum in Brüssel zeigt.

In der Zwischenkriegszeit und im Zuge des Aufkommens des Faschismus und der Nationalsozialisten in Deutschland tauchen vermehrt in diesen Comics auch antifaschistische Themen auf, denn einige Superhelden nehmen es mit den Nazis auf. Gleichzeitig klappt die Integration der Juden in der US-Gesellschaft und doch legen sich auch einige der jüdischen Comiczeichner amerikanisierte Namen zu.

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Aus Jacob Kurtzberg wird Jack Kirby. Kirby genießt schon seinerzeit ein hohes Ansehen in diesen Kreisen und dessen Heldenfigur „the Thing“ wird berühmt. Kirby alias Kurtzberg lässt sich dabei von der urjüdischen folkloristischen Figur „Golem“ inspirieren. Später wartet er mit neuen Helden auf, mit X-Men und mit Captain America. Die jüdische Comic-Szene in New York rief unterdessen einige Superhelden ins Leben, die heute nahezu jeder kennt: Superman (Joe Shuster und Jerry Siegel, 1938), Batman (Bob Kane und Bill Finger, 1939) oder auch Captain America (Jack Kirby und Joe Simon, 1940).

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Das Jüdische Museum von Brüssel gräbt tief in dieser Geschichte und zeigt Werke, Zeitschriften und Drucke von auch völlig unbekannten Zeichnern. Doch auch die Großen der Szene tauchen hier auf: Art Spiegelman (Maus) oder auch Will Eisner (A Contract with God). Diese Ausstellung in Brüssel, die noch bis zum 26. April 2020 läuft, kam in Zusammenarbeit mit dem Musée d’art et d’histoire du Judaïsme in Paris und dem Joods Historisch Museum in Amsterdam zustande. Nicht wenige der hier gezeigten Originale kommen übrigens aus der Kollektion eines Sammlers aus Gent.

Jüdisches Museum von Belgien, Minimenstraat 21, 1000 Brussel, www.mjb-jmb.org.