Immer weniger HIV-Infizierte in Belgien

Im vergangenen Jahr waren 882 Menschen in Belgien mit HIV infiziert. Das sind zwei Prozent weniger als 2017. Mit anderen Worten, der Abwärtstrend setzt sich fort. HIV kann AIDS verursachen, aber AIDS selbst kommt in Belgien so gut wie kaum noch vor, weil die eingesetzten Medikamente gut wirken.

HIV lässt sich heute mit einem Selbsttest zu Hause durchführen. Dabei wird etwas Blut aus der Fingerkuppe abgenommen und in eine Testapparatur gegeben. Noch vor zehn Jahren gab es 1.112 Neuinfektionen, aber nach einem Höchststand im Jahr 2012 nimmt diese Zahl stetig ab.

Boris Cruyssaert von Sensoa, dem flämischen Kompetenzzentrum für sexuelle Gesundheit, betonte in der VRT: „Wir können inzwischen mit Sicherheit sagen, dass das mit der Kombination verschiedener Präventionsmaßnahmen zusammenhängt. Es handelt sich dabei um Werbung für die Nutzung von Kondomen, eine Sensibilisierung, sich sofort nach Risikokontakten testen zu lassen und einen frühzeitigen Einsatz von Medikamenten nach einer Diagnose.“

Seit Mitte 2017 wird auch ein präventives Medikament erstattet. Das Medikament PrEP ist für Männer gedacht, die Sex mit Männern haben. 2018 sank die Zahl der Neuerkrankungen bei belgischen Homosexuellen um zwanzig Prozent.

"Es gibt Indikatoren, dass das an PrEP liegt, es kann aber auch an der Tatsache liegen, dass im Falle einer HIV-Diagnose früh mit dem Einsatz von Medikamenten gestartet wird, so dass diese Menschen das Virus nach einem kurzen Zeitraum auch nicht mehr weitergeben können."

Belgien erfüllt bereits die Ziele der Vereinten Nationen für 2020: Fast vollständige Erkennung und Behandlung.

"Laut Schätzungen kennen 91 Prozent der Menschen, die mit HIV in Belgien leben, auch ihre Diagnose", so Boris Cruyssaert von Sensoa noch. "Wir wissen mit Sicherheit, dass 97 Prozent davon behandelt wird.“ Infolge der Behandlung können sie niemanden mehr anstecken und deshalb werden die Zahlen in den nächsten Jahren wahrscheinlich weiter sinken.