Der zu zahlende Eigenanteil bei Medikamenten sinkt, Verhütung wird bis zum Alter von 25 Jahren kostenlos

Belgiens Gesundheitsministerin Maggie De Block (von der liberalen Partei Open VLD) senkt die Zuzahlung für eine ganze Reihe von Medikamenten, so dass die Patienten insgesamt 58 Millionen weniger aus eigener Tasche bezahlen müssen. Darüber hinaus werden 6,9 Millionen Euro für die kostenlose Verhütung für Frauen bis zum Alter von 25 Jahren und die Pille danach für alle Frauen zur Verfügung gestellt. Die Maßnahmen sind Teil des von der belgischen Regierung genehmigten Gesundheitsbudgets 2020.

Ab dem kommenden Jahr werden die Patienten unter anderem weniger Eigenanteil für Medikamente gegen Osteoporose, Asthma, Bluthochdruck, Epilepsie, Alzheimer, Depressionen und bestimmte Krebsarten bezahlen müssen. Ferner wird die Regierung ab dem nächsten Jahr Verhütungsmittel für Frauen bis zum Alter von 25 Jahren in voller Höhe erstatten. Die Pille danach ist für alle Frauen kostenlos.

"Das soll die finanzielle Zugänglichkeit verbessern", so Maggie De Block. "Die finanzielle Schwelle für den Kauf von Verhütungsmitteln scheint immer noch vorhanden zu sein. Die Zuzahlung ist zu hoch, besonders für junge Frauen." Bislang wurde die Verhütung bis zum Alter von 21 Jahren vollständig erstattet.

"Insgesamt fallen 65 Millionen Euro der Patientenausgaben weg", betont De Block. "Hierfür ist Geld vorhanden. Wir haben einen ausgeglichenen Haushalt."

Um diesen Haushalt im Gleichgewicht zu halten, hat De Block eine Reihe von Sparmaßnahmen für den Pharmasektor ausgearbeitet. Dabei handelt es sich vor allem um Einsparungen bei Medikamenten, die seit langem auf dem Markt sind, und bei biologischen Medikamenten. Das entspricht einer Einsparung von 161 Millionen Euro auf Jahresbasis.

De Block hatte vor einigen Wochen noch den Haushaltsvorschlag von Ärzten, Krankenkassen und Gesundheitseinrichtungen abgelehnt, weil er ihrer Meinung nach nicht genug für den Patienten enthielt. Von den Krankenkassen hat die VRT erfahren, dass inzwischen eine Reihe von Initiativen wegfallen, von denen der Patient tatsächlich profitieren würde, wie z.B. eine bessere Erstattung der Zahnbehandlung für eine Reihe von Patienten und der Hörgeräte für Kinder. Hinsichtlich des Haushalts von Maggie De Block ist keine Rede mehr von 101 Millionen Euro für eine neue Politik.

Am gestrigen Donnerstag ist bereits bekannt gegeben worden, dass De Block die Übergangsmaßnahme für die Obergrenze von Rechnungen um ein Jahr verlängern wird. Auf diese Weise wird verhindert, dass die Kosten für rund 80.000 chronisch Kranke steigen.

Die Regionen haben nun ein weiteres Jahr Zeit, um eine Verordnung für die Gesundheitsbereiche auszuarbeiten, die durch die sechste Staatsreform an sie übertragen wurden.