Belgische IS-Witwen Wielandt und Aboualla in Türkei verhaftet

Die beiden belgischen IS-Witwen Tatiana Wielandt (27) und Bouchra Aboualla (26), die am Mittwoch mit ihren sechs Kindern aus Syrien in die Türkei geflohen waren, wurden von der türkischen Polizei verhaftet. Laut der Zeitung De Standaard hätten sie sich spontan der türkischen Polizei ergeben. Letzteres wird inzwischen auch von ihrem Anwalt, Walter Damen, bestätigt.

Am 30. Oktober hatte das Berufungsgericht Antwerpen beide Frauen zu fünf Jahren Haft und Geldstrafen von 8.000 Euro verurteilt. Das ist die gleiche Strafe, die das Strafgericht im März 2018 verhängte und im November 2018 erneut bestätigte. Die beiden Frauen wurden international gesucht.

Im Jahr 2013 waren sie zum ersten Mal nach Syrien aufgebrochen, wo ihre Männer sich einer Terrorgruppe angeschlossen hatten. Nachdem beide Männer getötet worden waren, kehrten die Witwen Anfang 2014 mit ihren Kindern nach Belgien zurück. Sie waren beide erneut schwanger. Sie standen jedoch dem dschihadistischen Salafismus weiterhin nahe und pflegten Kontakte zu Gleichgesinnten. Nach der Geburt kehrten sie im Sommer 2015 mit ihren Kindern nach Syrien zurück.

Ab dem Frühjahr 2017 befanden sich die beiden in einem kurdischen Lager im Norden Syriens. Über ihren Anwalt versuchten sie drei Mal gerichtlich zu erwirken, dass Belgien die Frauen und ihre Kinder zurückhole. Die ersten beiden Versuche wurden abgelehnt, und bevor der dritte überhaupt behandelt wurde, kam die Nachricht, dass sich beide Frauen mit ihren Kindern in der Türkei befänden. Wahrscheinlich haben sie mit Hilfe von Menschenschmugglern die Grenze zur Türkei überschritten.

"Ich habe die Nachricht erhalten, dass sie sich selbst bei den türkischen Behörden gemeldet haben. Ich habe vorerst keine Details über ihre Situation oder die der Kinder", so der Anwalt Damen.

Die belgische Bundesanwaltschaft wird nun die türkischen Behörden auffordern, sie auszuliefern.