Welche Vereine in Flandern werden künftig gefördert und welche nicht mehr?

Die flämische Regierung dreht den Geldhahn für Organisationen und Verbände zu, die der Integration in der Gesellschaft im Wege stehen. Das steht in einem Vorschlag der flämischen Nationalisten von der N-VA, der Christdemokraten von der CD&V und der liberalen Open VLD (den flämischen Regierungsparteien). Wir versuchen in diesem Artikel abzuschätzen, wer keine Subventionen mehr bekommt, wenn der Vorschlag durchgeht.

Der Fahrradverband ist einer von einem Dutzend Organisationen, die flämische Subventionen beziehen. Sie brauchen sich normalerweise keine Sorgen machen. Doch andere Vereine, die sich mit ihrer eigenen Herkunft oder Kultur und nur mit dieser beschäftigen, werden es schwieriger haben. „Organisationen, die auf ethnisch-kultureller Grundlage basieren und sich an eine einzige kulturelle Gruppe richten und darüber hinaus auch noch kumulative Segregation fördern", so der liberale Minister für Einbürgerung, Bart Somers, "in die investieren wir nicht mehr.“ Dabei könne es sich auch um bereits bestehende Organisationen handeln.  

So soll es sich zum Beispiel um das Kurdische Institut oder den Verband marokkanischer Vereinigungen handeln. Doch ist noch nicht sicher, ob sie tatsächlich gar kein Geld mehr erhalten werden. Zwei Kommissionen werden sich zunächst mit den Zukunftsplänen der Verbände befassen müssen. „Früher war es der Beurteilungsausschuss, der das letzte Wort hatte. Jetzt ist es ist die flämische Regierung“, so Elisabeth Meuleman, flämische Abgeordnete der Grünen (Opposition). Sie kann also sagen, die oder jene Organisation passt nicht in unseren ideologischen Rahmen, deshalb wird sie nicht mehr gefördert.“

Die Organisation Kif Kif bezeichnet sich selbst als eine interkulturelle Bewegung, die gegen Rassismus kämpft. Der Integrationsminister sagt, dass sie gute Arbeit leiste. “Ich finde auch eine flämische Organisation, die sagt, sie ziehe sich ausschließlich auf ihre eigene ethnisch-kulturelle Gruppe zurück und sich weigert, einen Beitrag zu leisten oder die Segregation fördern will, darf zwar existieren, aber hier darf kein flämisches Geld hineinfließen“, betonte Somers noch. Er unterstrich, dass das alles sehr wohl in die richtige Richtung gehe. „Das flämische Geld soll dazu genutzt werden, dass sich Menschen mit verschiedenen Hintergründen treffen und gegenseitig stärken. Hierfür steht die Gesellschaft.“

Die Union soziokultureller Arbeit macht sich trotzdem Sorgen und will Beratungsgespräche mit der Regierung.