Brüssel: Zehntausend Teilnehmer bei Demonstration gegen Gewalt an Frauen

Im Zentrum von Brüssel nahmen mindestens 10.000 Menschen an einer Demonstration gegen Sexismus und Gewalt gegen Frauen teil. Die Demonstranten wollen, dass mehr in Prävention und Hilfe für die Opfer, aber auch in Hilfe  für die Täter investiert wird. Zu Beginn der Demonstration wurden die Namen der Frauen, die in diesem Jahr in Belgien ermordet wurden, aufgerufen.

Mit einer massiven Teilnahme wurde in Brüssel im Hinblick auf den am Montag statt findenden "Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen" gegen Gewalt an Frauen demonstriert. Der Aufruf kam von der Mirabal-Plattform, die etwa hundert Organisationen der Zivilgesellschaft vereint. Die Organisationen fordern einen effizienteren Umgang mit allen Formen von Gewalt gegen Frauen.

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In diesem Jahr zählte die Aktionsgruppe Stop Féminicide bereits 21 Frauen in Belgien, die aus dem einfachen Grund ermordet wurden, weil sie Frauen waren. Seit 2017 gab es 99 solcher Morde. Es liegen jedoch keine offiziellen Zahlen vor und die Gesamtzahl könnte noch höher sein.

Vor Beginn der Demonstration wurden die Namen der 21 Opfer verlesen, gefolgt von einer Schweigeminute und einem massiven Wutaufruf.

Entlang der Strecke der Demonstration standen auch rote Schuhe, jedes Paar ein Symbol für eine der getöteten Frauen.

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Die Mirabal-Plattform fordert die Umsetzung des Istanbuler Übereinkommens, eines vom Europarat 2016 ratifizierten Textes, der die verschiedenen Regierungsebenen verpflichtet, koordinierte Maßnahmen zur Verhütung von Gewalt gegen Frauen, zum Schutz der Opfer und zur Verfolgung von Tätern zu ergreifen. Drei Jahre später hat die Zivilgesellschaft jedoch festgestellt, dass das Übereinkommen in der Praxis kaum umgesetzt wird.