Neues Verkehrsschild warnt vor dem Blockieren eines Bahnübergangs

Nächste Woche wird der Schienennetzbetreiber Infrabel neun Bahnübergänge in Flandern mit einem neuen Verkehrsschild ausstatten, das die Verkehrsteilnehmer vor Staus und dem Blockieren von Gleisen warnt. Zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt eine Bewertung des Pilotprojekts. In Wallonien werden elf Bahnübergänge mit dem Schild ausgestattet.

Mehr als die Hälfte der Unfälle an Bahnübergängen ist auf die Nichteinhaltung der Verkehrsregeln und ein Manövrieren an Bahnübergängen oder die Fahrt über rote Ampeln zurückzuführen. Das neue Verkehrszeichen konzentriert sich auf die zweite Unfallursache: "Im Zeitraum 2014-2018 haben wir gesehen, dass mehr als ein Drittel der Unfälle an Bahnübergängen durch Fahrlässigkeit der Verkehrsteilnehmer verursacht werden, einschließlich Staus (auf den Bahnübergang fahren, ohne sicher zu sein, dass man ihn rechtzeitig verlassen kann)", sagt Infrabel.

Es handelt sich um das so genannte "Blocking-Back"-Prinzip. Der Fahrer hat kein Vorfahrtsrecht am Bahnübergang wegen eines Kreisverkehrs, Ampeln, etc. Dies kann zu Problemen im Falle eines hohen Bahn- und Straßenverkehrsaufkommens führen, zu Staus bis zum Bahnübergang und damit zur Gefahr, dass die Fahrer noch auf das Gleis fahren, obwohl sie dieses nicht sofort überqueren können.

Um die Fahrer darauf aufmerksam zu machen, dass sie nicht auf den Gleisen stehen bleiben dürfen und die Gleise immer frei halten müssen, werden an den Bahnübergängen in Gent, Izegem, Kuringen, Rotselaar, Groot-Bijgaarden, Lier, Nijlen Herentals und Niel je nach Situation ein bis vier Schilder mit dem Piktogramm angebracht. An den betreffenden Übergängen gab es schon öfter Unfälle. Die Schranken wurden auch schon häufiger missachtet. Für einen Bahnübergang im Hafen von Antwerpen wird noch beraten, ob "Blocking back“-Schilder aufgestellt werden sollen.

In Wallonien handelt es sich um Bahnübergänge in Morlanwelz, Montigny-le-Tilleul, Dampremy, Bierges, Basse-Wavre, Limal/Wavre, Couvin, Comines (2), Péruwelz und Gembloux.

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Pilotprojekt

„Das heutige Pilotprojekt für diese Bahnübergänge wird von uns analysiert", heißt es bei Infrabel. Das Verkehrsinstitut Vias wird auch das Verhalten der Verkehrsteilnehmer an mehreren betroffenen Bahnübergängen bewerten. Anschließend wird Infrabel prüfen, "ob es angebracht ist, in einer zweiten Phase und bei Bedarf auch längerfristig andere Bahnübergänge damit auszustatten".

In den ersten zehn Monaten des Jahres ereigneten sich 37 Unfälle an Bahnübergängen im ganzen Land, 24 auf dem öffentlichen Schienennetz und 13 in den Häfen. Bei diesen Unfällen kamen sechs Menschen ums Leben und sieben weitere wurden schwer verletzt. Ein Jahr zuvor wurden nach zehn Monaten 32 Unfälle (neun in den Häfen) mit insgesamt sieben Todesopfern und drei Schwerverletzten registriert.

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