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Präsident Tshisekedi will Kunstschätze aus AfricaMuseum schrittweise zurück in den Kongo holen

Die kongolesischen Kunstschätze, die heute im AfricaMuseum in Tervuren ausgestellt sind, müssen wieder in den Kongo zurückgeführt werden. Das sagte der kongolesische Präsident Félix Tshisekedi bei der offiziellen Eröffnung des Nationalmuseums in der Hauptstadt Kinshasa. Dies müsse seiner Meinung nach jedoch schrittweise geschehen, denn die Kunstschätze müssten auf eine gute Weise erhalten werde können.

Am Samstag wurde in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa ein neues Nationalmuseum der Demokratischen Republik Kongo (Natural Heritage Museum) eröffnet. Der Bau dauerte drei Jahre und wurde im Juni abgeschlossen. Das brandneue Museum ersetzt einige alte Kulturgebäude, in denen die Bedingungen für die Erhaltung von Objekten ungünstig waren. Das neue Museum beherbergt derzeit rund vierhundert Objekte aus allen Teilen des Landes, die ein Bild vom Leben, der Kunst und der Kultur im Kongo zeigen.

Im Laufe der Zeit will das Museum seine Sammlung um Objekte erweitern, die während der Kolonialzeit nach Europa gebracht wurden. Im Mittelpunkt steht Belgien, und zwar das Königliche Museum für Zentral-Afrika in Tervuren, kurz AfricaMuseum genannt. Tausende von Kunstwerken aus der belgischen Kolonialzeit werden dort aufbewahrt.

Zwischen 1908 und 1960 war der Kongo eine belgische Kolonie, davor war der Kongo Privatbesitz des belgischen Königs Leopold II. In dieser Zeit wurden viele Objekte aus dem Kongo nach Belgien gebracht.

Diskussionen über die Rückgabe der Objekte gibt es seit einiger Zeit. Das AfricaMuseum in Tervuren (Belgien) wurde Ende letzten Jahres nach einer gründlichen Renovierung wiedereröffnet. Im Vorfeld der Eröffnung forderten Experten die Rückgabe von Kunstwerken in den Kongo. Laut ihnen zähle das Afrikamuseum 120.000 Stücke afrikanischer Herkunft.

Direktor Guido Gryseels sagte damals, dass er offen dafür sei, sich mit den zuständigen Personen an den Tisch zu setzen und Stücke zurückzugeben, wenn sich ein legitimer Besitzer anbiete. Für ihn war und ist das das neue Nationalmuseum im Kongo, das damals noch nicht fertiggestellt war. "Das ist unser Gesprächspartner, wir haben dort bereits Kontakte geknüpft", sagte Gryseels damals.

Andere Stimmen geben zu bedenken, dass man einige Stücke, auch digitalisieren könnte und wegen des Klimas, unter dem die Stücke leiden könnten, lediglich für Ausstellungen in den Kongo bringen wolle.

Doch auch der ehemalige kongolesische Präsident Joseph Kabila hatte bereits gesagt, dass Kunstgegenstände aus dem AfricaMuseum in den Kongo zurückgegeben werden müssten. Ein offizieller Antrag wurde bisher jedoch noch nicht gestellt.

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Tshisekedi-Eröffnungsrede: Kunstschätze, die heute im AfricaMuseum ausgestellt sind, müssen wieder in den Kongo zurück

Bei der gestrigen offiziellen Eröffnung des neuen Nationalmuseums, dankte der Präsident der Demokratischen Republik Kongo, Félix Tshisekedi, Belgien dafür, dass es dem Kongo geholfen habe, sein Erbe zu bewahren, und sprach sich gleichzeitig für eine "organisierte" Rückkehr der Werke aus. Tshisekedi sagte, dass die Kunstschätze, die heute im AfricaMuseum ausgestellt seien, schließlich wieder in den Kongo zurückgeführt werden müssten. Doch er wolle das nicht überstürzen. Er verstehe, dass die Kunstwerke gut erhalten werden müssten.

"Es ist eine Sache, nach den Objekten zu fragen, eine andere, sie richtig aufzubewahren. Die Idee ist also da, aber sie muss schrittweise umgesetzt werden. Es ist kongolesisches Erbe, also muss es eines Tages zurückgegeben werden, aber das muss organisiert werden", so Tshisekedi.

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