Der neue Bischof von Gent ist ein Mönch und kommt aus der Abtei Orval

Kardinal Jozef De Kezel, Erzbischof von Mechelen und Brüssel und Primas der belgischen Katholiken, hat am Mittwoch bekanntgegeben, wer der neue Bischof von Gent werden wird. Dies ist Lode Van Hecke (69 - Foto), Abt aus der Abtei von Orval. Dies ist das erste Mal in der Geschichte der katholischen Kirche in Belgien, dass ein Mönch das Amt eines Bischofs übernimmt.

Der gelernte Theologe und Philosoph Lode Van Hecke wird bereits im Februar 2020 zum neuen Bischof von Gent geweiht. Diese Zeremonie wird dann in der Sankt-Bavo-Kathedrale zu Gent, die Sint-Baafskathedraal, stattfinden. Sein Vorgänger, Bischof Luc Van Looy (78), geht dann in die wohlverdiente Rente. Lode Van Hecke, der aus dem westflämischen Roeselare stammt, verbrachte die vergangenen 40 Jahre in der Abtei von Orval in der Provinz Luxemburg nahe der französischen Grenze.

Die Abtei Orval, eine Zisterzienserabtei aus dem 11. Jahrhundert, ist weltbekannt - nicht nur wegen seiner architektonischen und religiösen Bedeutung. Schließlich werden dort das gleichnamige Trappistenbier gebraut und hervorragender Käse hergestellt. In den vergangenen 10 Jahren leitete Lode Van Hecke die Geschicke der Abtei und war gleichzeitig auch ihr Geschäftsführer.

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Die Abtei von Orval

Van Hecke weiß, dass in Gent einiges an Arbeit auf ihn wartet. Doch der Abt ist weltoffen, modern und scheut den öffentlichen Dialog nicht. Und er kann gut mit den Medien umgehen. Der neue Genter Bischof weiß auch, in welcher Krise die katholische Kirche heute steht und er versteht auch, warum so viele Menschen gerade jetzt an ihr zweifeln, wie er gegenüber VRT NWS angab:

„Im Namen Gottes ist viel Blut geflossen. Das liegt natürlich nicht an Gott selbst. Wie viele Menschen sind nicht im Namen Gottes umgebracht worden, auch unter den Christen selbst? Es geht um das Übel in der Kirche und dass ist das Übel, dass überall besteht, weil es um die Menschen geht.“

Lode Van Hecke wurde bereits vor drei Jahren als möglicher neuer Bischof von Gent genannt. Damals bat Luc Van Looy um seine Pensionierung, was in der Kirche eine Gewohnheit ist, wenn ein Geistlicher 75 Jahre alt wird. Doch der Vatikan bat ihn damals, noch etwas weiterzumachen. Dessen potentieller Nachfolger, Lode Aerts, zog es ins Bistum Westflandern…