Windpark in Zeebrügge soll 308 Ladestationen für E-Autos speisen

Im Hafen von Zeebrügge (Foto) entsteht ein Windpark mit 11 Windrädern, die insgesamt 308 Ladestationen für elektrische Autos mit Strom versorgen werden. Die Anlage entsteht auf dem Gelände des Transportunternehmens ICO (International Car Operators), dass sich auf die Verschiffung von Neuwagen spezialisiert hat. Die Windkraftanlage soll neue E-Autos vor allem von Tesla eine erstes Mal aufladen, bevor sie an die Kunden ausgeliefert werden.

Die Windkraftanlage von ICO ist die größte ihrer Art, die nur von einem alleinigen Unternehmen errichtet und betrieben wird. Für den Bau der Anlage greift der Auto-Verlader allerdings auf die Expertise des Energie-Multis Engie zurück. Der Windpark soll rund 50 Mio. € kosten und jährlich rund 100.000 E-Autos, die als Neuwagen per Schiff nach Europa importiert werden, aufladen. Der Hafen von Zeebrügge beherbergt mehrere Transport- und Logistikunternehmen, die sich auf den weltweiten Ex- und Import von Neuwagen spezialisiert haben.

Die ICO-Anlage in Zeebrügge hat eine Leistung von 44 Megawatt und könnte auch den Energiehaushalt von rund 30.000 Privathaushalten decken. Zudem sorgt diese Windkraftanlage dafür, dass pro Jahr bis zu 50.000 Tonnen CO² nicht in die Umwelt ausgestoßen wird, so die Betreiber.

Wirtschaftliches und Nachhaltiges

Diese Anlage soll in erster Linie für das Aufladen von frisch nach Europa importierten E-Autos von Tesla genutzt werden. Tesla hat in Europa kaum bis keine Konzessionäre, sondern betreibt lediglich Standorte, an denen Kunden, die ihren Tesla online erworben haben, diese abholen können. Auch deshalb braucht man Ladestationen, um die Fahrzeuge vor der Abgabe an die neuen Besitzer einmal komplett aufladen zu können.

Über Projekte, wie die Windkraftanlage von ICO, will die Hafenverwaltung von Zeebrügge einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltiger Energieversorgung setzen. Mit der neuen Anlage steigt die dortige Kapazität auf insgesamt 130 Megawatt, was rund 90.000 Haushalte mit Strom versorgen könnte. Der Hafen versorgt schon jetzt über Überkapazitäten, die zur Versorgung von Haushalten genutzt werden können.