Krankenhäuser rufen Krankenschwestern aus dem Ruhestand zurück

Um den Personalmangel zu verringern, setzen Krankenhäuser pensionierte Mitarbeiter ein, um von Zeit zu Zeit zu "auszuhelfen“. Das schreibt die Zeitung Het Nieuwsblad an diesem Donnerstag. Es sei eine notwendige Lösung infolge der Reformen des Bachelorstudiums im Bereich Pflege aus dem Studienjahr 2016-2017.

Im Jahr 2013 erhielt das flämische Arbeitsamt VDAB noch 3.027 Stellen für Krankenschwestern, 2018 hatte sich diese Zahl bereits auf 9.487 verdreifacht. "Zwischen November 2018 und Oktober 2019 erhielten wir 10.434 offene Stellen für Krankenschwestern, von denen 1.691 am 31. Oktober noch stets nicht besetzt waren", so Joke Van Bommel vom VDAB.

Einer der Gründe dafür ist die Reform des Bachelorstudiums „Pflege“ im Studienjahr 2016-2017, die nun in der Praxis spürbar ist. "Die Ausbildung wurde von drei auf vier Jahre reformiert, so dass Sie, wenn Sie in diesem Jahr Ihren Abschluss machen, ein weiteres Jahr hinzufügen müssen. In diesem Jahr beträgt die Zahl der Absolventen 900, verglichen mit etwa 2.000 in anderen Jahren", erklärt der flämische Repräsentant für den Pflegebereich Lon Holtzer.

Außerdem leide der Sektor unter einer doppelten Überalterung, so Joke Van Bommel. "Auf der einen Seite gehen mehr Krankenschwestern in den Ruhestand, aber auf der anderen Seite wird auch die Bevölkerung älter und die Krankenhäuser haben dadurch mehr Arbeit.

Holtzer zufolge sei es nicht schlimm, Krankenschwestern im Ruhestand einzusetzen, solange sie dazu bereit seien. "Darüber hinaus war diese Reform wirklich notwendig, um bessere Fachkräfte im Gesundheitswesen auszubilden. Wir wussten damals, dass wir jetzt in den sauren Apfel beißen müssen."