Schüsse aus Kalaschnikow, Granate vor Hauseingang … Wieder Abrechnung im Antwerpener Drogenmilieu?

Im Raum Antwerpen ermitteln die Behörden zurzeit in drei Fällen, die auf Abrechnungen im Drogenhandel zurückzuführen sein könnten. In der vergangenen Nacht wurde nicht nur ein Haus in Ekeren beschossen, sondern auch eine Granate vor einem Hauseingang in Merksem gefunden. Darüber hinaus hat sich ein Mann mit Schussverletzungen bei der Polizei gemeldet.

Wie durch ein Wunder wurde die 74-jährige Bewohnerin eines Reihenhauses im Antwerpener Stadtteil Ekeren nicht verletzt. Die Frau hatte im Wohnzimmer Fernsehen geschaut, als elf Kugeln auf ihr Haus abgefeuert wurden. Der Staatsanwaltschaft zufolge hatte sie pures Glück: Mehrere Kugeln haben den Heizkörper durchbohrt. Die Beamten vermuten, dass das Haus irrtümlich von den Tätern unter Beschuss genommen wurde. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in diesem Fall wegen Mordversuchs.

Die Schüsse wurden mit einem Maschinengewehr, vermutlich einer Kalaschnikow,  abgefeuert. 

Zweite Schießerei

Ebenfalls in Antwerpen meldete sich in der vergangenen Nacht ein Mann  auf dem Polizeirevier im Antwerpener Stuyvenbergwijk, der angab, es sei grundlos auf ihn geschossen worden. Auch hier wurden Ermittlungen eingeleitet

Unbekannter Toter und Granate in Merksem

Am Freitagmorgen wurde die Leiche eines Mannes im Antwerpener Stadtteil Merksem, bei der Auffahrt auf die Autobahn E17 gefunden.  Über die Identität des Opfers und die Todesursache ist nichts bekannt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

In Merksem war gestern Nacht auch ein Bestandteil einer Granate vor einem Appartementgebäude gefunden worden. Die Fassade des Wohnhauses war beschädigt.

Es steht zurzeit nicht fest, ob diese Vorfälle miteinander verbunden sind.

Mit einem der größten Hafen weltweit hat sich Antwerpen in den letzten Jahren zum Einlasstor für insbesondere Kokain entwickelt. 2018 konnten 50 Tonnen sichergestellt werden oder ein Drittel des in der EU insgesamt beschlagnahmten Kokains.