Alarmierende Zahlen über Stress: nur knapp 50 % aller Arbeitsplätze sind noch ‚auszuhalten‘

SERV, das Beratungsgremium der Sozialpartnern in Flandern, hat in einer Studie herausgefunden, dass jeder dritte Arbeitnehmer mit Stress zu kämpfen hat. Nie zuvor war der Stressfaktor im Beruf so hoch. Arbeitsdruck dämpft die Freude bei der Arbeit und beeinträchtigt den Ausgleich zwischen Beruf- und Privatleben.

Der SERV führt alle drei Jahre eine Untersuchung bei flämischen Arbeitnehmern aus, um herauszufinden, inwiefern ihre Erwerbstätigkeit Freude macht, welche Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten werden, wie Familie und Beruf kombiniert werden, wie viele Tage krankgefeiert wurde usw. Für die Untersuchung wurden 13.000 Arbeitnehmer befragt.

Stress ist allgegenwärtig

Aus der aktuellen Untersuchung geht hervor, dass der Anteil Arbeitsplätze, die positive Auswirkungen haben, unter 50 Prozent gesunken ist: „2013 belief sich der Anteil noch auf 55 %“, stellt Frank Janssens vom SERV fest. Dabei hatten die flämischen Sozialpartner sich vorgenommen, den Anteil bis 2020 auf 60 % zu erhöhen.

Die Hauptursache für die Verschlechterung der Arbeitsplatzqualität sei der zunehmende Stress. 37 % der Beschäftigten klagt über stressige Arbeitsbedingungen. „Das ist eine deutliche Zunahme im Vergleich von vor sechs Jahren, als „nur“ rund 25 % der Befragten sich über Stress im Beruf beschwerten.

lev dolgachov

Auslöser

Stress wird u. a. dadurch ausgelöst, dass in einer Zeit des Arbeitskräftemangels Mitarbeiter fehlen und die Belegschaft einen Zahn zulegen muss. Ein anderer Stressfaktor sind dauernde Veränderungen im Beruf, z. B. bedingt durch die digitale Revolution. Auch Kunden, Patienten oder Auszubildende reagieren heute aggressiver als früher.

Stressige Sektoren

In drei Sektoren spüren die Arbeitnehmer besonders viel Stress: Auf den drei ersten Plätzen liegen das Unterrichtswesen (mit 46 % gestresster Arbeitnehmer) gefolgt von der Nahrungsmittelproduktion und dem Pflegesektor.

Die Folgen des zunehmenden Berufsstress sind weniger Motivation und Arbeitsfreude sowie die schwierige Kombination von Berufs- und Privatleben.